Neuer Kindergarten am Alten Acker

Adorf - Der Errichtung eines christlichen Kindergartens in Adorf hat der Stadtrat auf seiner Sitzung am Montag mehrheitlich zugestimmt.

 

Beschlossen wurde zunächst einen Bedarf von 20 Krippen-, 20 Kindergarten- und 40 Hortbetreuungsplätzen an die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Adorf als Freien Träger abzugeben. Wie Bürgermeisterin Mariechen Bang aufmerksam machte, besteht in der städtischen Kindertagesstätte derzeit ein enormer Kapazitätsengpass im Krippenbereich.

So waren bereits als Kompromiss auch im Leiterinnenzimmer und die Nutzung des Sportraumes als Gruppenraum notwendig.

Mit der Abgabe von 40 Betreuungsplätzen im Hortbereich würde sich auch die Situation in der Grundschule entspannen. Im Erdgeschoss stehen hier für 60 Kinder drei Gruppenräume zur allgemeinen Hortnutzung zur Verfügung und die jetzige Doppelnutzung könnte dann bei Bedarf auf maximal ein Zimmer reduziert werden.

Bereits 2005 / 2006 ist in die evangelische Kirchgemeinde gemeinsam mit der Diakonie Schwarzbachaue GmbH, die bereits das Seniorenhaus "Sonnengarten" Am Alten Acker betreibt, mit dem Gedanken einen christlichen Kindergarten zu bauen, an die Stadt herangetreten - die Stadträte lehnte das damals ab. Nun habe sich der Bedarf verändert. "Wir haben mit der Betreuungskapazität von 21 Krippenplätzen unsere Möglichkeiten ausgeschöpft. Die zeitweise Ausnahmegenehmigung zur Betreuung von acht weiteren Krippenkindern läuft im August 2009 aus.

 

Es gibt keine Aussicht, diese verlängert zu bekommen", informierte die Bürgermeisterin und fügte an: "Damit sind wir nicht mehr in der Lage, allen berufstätigen Eltern Betreuungsplätze anbieten zu können. Um den Bedarf der Kindergartenbetreuung decken zu können, wurde schon 2005 in der Einrichtung das Zimmer der Leiterin zum Gruppenzimmer umfunktioniert. Auch das kleine Haus mit dem umgestalteten Turnraum wurde zeitweilig als Gruppenraum für eine Kapazität von 20 Kindern genehmigt, um den gestiegenen Bedarf decken zu können. Diese beiden Kompromisslösungen sind aber dauerhaft nicht tragbar. Zur Sicherung der Hortbetreuung wurden außerdem zwei weitere Räume im Gebäude der Grundschule umgestaltet. Es wird uns vom Landesjugendamt unter Auflagen eine Doppelnutzung von weiteren Räumen vorübergehend genehmigt."

 Vorgesehen ist die Errichtung des christlichen Kindergartens am Alten Acker in Form eines intergenerativen Projektes in Gemeinschaft mit dem Seniorenhaus "Sonnengarten". "Wenn wir keine Kapazitäten schaffen, dann gehen Kinder in Betreuungseinrichtungen anderer Kommunen und wir zahlen unseren Gemeindeanteil dorthin. Gerade auch unter demographischen Gesichtspunkten werden mit Bildungs- und Betreuungsangeboten fundamentale Entscheidungen für die Zukunft einer Stadt geschaffen", ermutigte Mariechen Bang den Stadtrat.

Aus dessen Reihen fragten die Stadträte Gerd Lorenz (Freie Wähler) und Toni Walda (PDS) in welcher Höhe Kosten für die Stadt entstehen werden. "Im Detail ist es momentan nicht möglich dazu genaue Zahlen zu nennen", antwortete Mariechen Bang. Wie sie informierte, muss der Freie Träger der Jugendhilfe bis 31 Juli einen Fördermittelantrag einreichen. Schätzungsweise betragen die Gesamtkosten rund 1,3 Millionen Euro.

Gegenwärtig ist für investive Maßnahmen auch für 2010 noch eine 80 prozentige Förderung vorgesehen.. Die Gemeinde wäre also mit ca. 8 bis 10 Prozent an der Finanzierung beteiligt. Stadtrat Rico Schmidt (SPD) schlug deshalb vor, vom Freien Träger zunächst einen entsprechenden Finanzplan erstellen zu lassen und den Stadtrat darüber so früh wie möglich zu informieren.  Steffen Adler