Neuer Chefarzt der Anästhesie im Plauener Helios-Klinikum

Dr. Olbrecht war nach Aussage von Geschäftsführer Marcus Sommer einer von 12 - und damit selten vielen Bewerbern - auf die Chefarztstelle in der größten Klinik des Vogtland-Klinikums. "Das zeigt, dass Plauen einen hervorragenden Namen hat", sagt Sommer und freut sich über den nahtlosen Übergang. "Chefarzt Dr. Hendrich hat heute seinen letzten Arbeitstag", sagte Sommer am Donnerstag bei der Vorstellung des Nachfolgers: "Es tut mir leid, dass er nach gut 14 Jahren am Vogtland-Klinikum aufhört, aber muss akzeptieren, dass er sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen möchte, die ihm sogleich ein Bleiben in der Region ermöglichen. Mit Dr. Olbrecht haben wir einen fachlich kompetenten und auch menschlich passenden Nachfolger gefunden."

Auch der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Lutz Kowalzick, spart nicht mit Vorschusslorbeeren für Dr. Olbrecht, der "einen sehr verantwortungsvollen Bereich mit 33 Ärzten und den meisten medizinischen Mitarbeitern" übernehme. Mit dem Weggang von Dr. Hendrich wurde Dr. Oliver Schilling, seit vier Jahren Chefarzt der Radiologischen Klinik, zum stellvertretenden Ärztlichen Direktor ernannt. Dr. Hendrich verriet auf Nachfrage: "Ich gehe nach Reichenbach in die Paracelsusklinik."

"Das Plauener Klinikum kenne ich als Teil der Helios Gruppe und finde es gut aufgestellt. Ich kenne auch den guten Ruf von Dr. Hendrich, der mir große Fußstapfen hinterlässt. In der Fachgruppe Anästhesie hatte Plauen immer ein gutes Feedback", schilderte Dr. Olbrecht, der zuletzt als Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Helios Klinikum Erfurt arbeitete.

Der gebürtige Sachse - 1970 in Löbau - habe aus politischen Gründen - "ich war kirchlich gebunden und lehnte FDJ und Jugendweihe ab" - nach dem Abitur nicht studieren dürfen und deshalb zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger in Weimar absolviert. "Über Abendschule und Studium der Humanmedizin an der Universität Witten/Herdecke holte ich später alles nach." Ab 2003 arbeitete er als Assistenzarzt im Helios Klinikum Erfurt. 2007 promovierte er.

Dr. Olbrecht ist verheiratet und hat zwei Töchter von 14 und 7 Jahren sowie einen sieben Monate alten Sohn. Seine Frau, ebenfalls Anästhesistin im Klinikum Erfurt, ist noch in Erziehungszeit und will im Oktober bei der Stiftung für Organtransplantationen Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt beginnen, die ihren Sitz in Leipzig hat. "Ein Büro soll wahrscheinlich in Jena öffnen, dann könnte meine Frau von Plauen aus pendeln", sagte Dr. Olbrecht mit Blick auf die Zeit nach einem Umzug ins Vogtland.

Bislang hat die Familie ihren Wohnsitz noch in Erfurt und Dr. Olbrecht die Woche über eine Bleibe in Plauen. "Wir haben uns Plauen, das ich vorher als Stadt nicht kannte, schon angeschaut und auch Schulen und Kindergärten erkundet. Hervorragend ist die Kita am Klinikum", sagte der neue Chefarzt, der die bisherige Arbeit in seiner Klinik fortsetzen und den Blick auch verstärkt auf die neuen Medien lenken möchte.

"Eine eigene Homepage Anästhesie, die bislang in Erfurt entstand, soll von Plauen aus fortgeführt werden. Sie ist schon jetzt ein Nachschlagewerk für ganz Deutschland. Inwieweit Facebook und Twitter künftig eine Rolle spielen sollen, werden wir uns anschauen", sagte der 41-Jährige, der spezielle Zusatzprüfungen in der Notfallmedizin und Intensivmedizin absolvierte.

In seiner Freizeit, so verrät Dr. Olbrecht, sei das Fotografieren ein schöner Ausgleich zu seiner Arbeit. Fit halte er sich mit Joggen. So hat übrigens auch Geschäftsführer Sommer die Stadt Plauen kennen gelernt.