Neue Technik für Plauener Stadtbad

Die Schließzeit im Plauener Stadtbad dauert noch bis zum 11. August. Der Sommer wird traditionell genutzt, um das Bad zu reinigen, technisch auf Vordermann zu bringen und verschlissene Objekte zu erneuern. Dieses Jahr ist etwas mehr zu tun - die Chlorierung des Wasser erfolgt demnächst über eine neue technische Lösung.

Von Ingo Eckardt

Plauen - Das Wasser im Fünfzig-Meter-Becken ist abgelassen, die Startbrücke unnatürlich verschoben und der Hub-Boden ist auf der Ebene des Beckenrandes verankert. Es wird gesäubert und geprüft, es wird ersetzt, was defekt ist und alles wieder schick gemacht für die Bad-Eröffnung am 12. August.
Besonders die Firma WTA Vogtland um Geschäftsführer Volker Albrecht hat derzeit alle Hände voll zu tun im Keller des Stadtbades. Eingebaut wird eine neue Chlorgas-Anlage, die ab Mitte August für klares und sauberes Schwimmwasser sorgen soll. Ludwig Düntsch von der städtischen Gebäude- und Anlagenverwaltung betreut als zuständiger Bearbeiter die Neuerrichtung der Chlorgasanlage. Dies ist bereits die dritte technische Lösung, die in den vergangenen zwölf Jahren im Objekt genutzt wird. Die lange Jahre genutzten Elektrolyse-Anlagen waren anfällig und griffen metallische Teile der Anlage an. Die Erneuerung jetzt ersetzt die danach gebaute Kalzium-Hydrochlorid-Anlage. Ein zwei mal drei Meter großer Container mit hohem Sicherheitsstandard wird im Außenbereich - im abgesperrten Bereich des Bades aufgestellt. Gleichzeitig wird im Keller die alte Anlage demontiert. 
Auf rund 150 000 Euro beziffert Bad-Geschäftsführer Ronny Adler die Investition, die der Gesellschafter, die Stadt Plauen, finanziert. Aus dem laufenden Geschäftsbereich wäre das nicht möglich gewesen. "Es ging uns vor allem darum, die Betriebssicherheit zu erhöhen. Die Mitarbeiter müssen keine Chlorgranulat-Fässer mehr schleppen und die entstandenen Chlorstaub-Belastungen waren trotz Schutzmaske nicht gerade gesundheitsförderlich", sagt Adler. Die neue Anlage arbeitet da schon wesentlich bequemer: Die fertigen Flaschen werden geliefert und die Techniker des Bades schließen die Chlorgasflaschen selbst an. "Im Keller regulieren dann die neuen Mess- und Regeltechnik-Bauteile, wie viel Chlor dem Wasser zugesetzt werden muss. Mittels eines Treibwasserinjektors wird das Gas dem gefilterten Wasser zugesetzt. Über einen Marmorfilter läuft das Chlor-Wassergemisch, um den ph-Wert zu regeln und gleichzeitig die gewünschte Filterungs- und Reinigungswirkung zu erzielen", sagt Objektleiter Kai Schönbeck. Die neue Anlage sei bewährte Technik. Im Freibad Preißelpöhl betreibe die städtische Bädergesellschaft bereits eine solche Anlage. Sie habe sich bewährt, wenngleich man Prognosen zum Verbrauch nicht machen könne, weil es dort um ein Freiluft-Bad mit hoher Sonneneinstrahlung gehe. "Die Investition wurde nicht aus wirtschaftlichen Gründen getätigt. Die Chlorgas-Anlage ist nicht signifikant kostengünstiger. Aber die ehemalige Granulatanlage hat ihre Lebensdauer erreicht und sorgte für einige Probleme. Die Frage war nun, entscheiden wir uns für eine Chlorbleich-Anlage oder eben für die Chlorgas-Variante", erläutert Geschäftsführer Adler, dessen Geschäftsführer-Kollege Pierre Grasse zustimmend nickt.
Neben der Investition haben die normalen Revisionsarbeiten begonnen. "Es wird vieles gesäubert, das Wasser wurde abgelassen, der Hubboden gewartet und die Startblöcke mit neuen Belägen ausgestattet. Wir wollen damit die tollen Trainingsbedingungen für unsere Vereine weiter verbessern und entsprechen dem Wunsch der Schwimmvereine, die abgenutzten Startblock-Beläge zu erneuern", erklärt Adler und sein Technik-Chef Schönbeck ergänzt, man habe lange gesucht, um nur die Beläge austauschen zu können. Wenn man die kompletten Deckel der Blöcke getauscht hätte, wären rund 30 000 Euro Kosten entstanden. Bei einem Budget für Instandhaltung und Wartung im Jahr wäre dies ein (zu) großer Brocken gewesen. Nun hat man eine bessere, deutlich günstigere Lösung gefunden - die neuen Beläge seien perfekt. 
In diesem Jahr habe man auch schon zwei Tiefbrunnen neu gebohrt. Im "Naddel" im Preißelpöhl bohrte man 40 Meter tief, am Stadtbad sogar 80 Meter. "In den kommenden Wochen gehen die Brunnen in Betrieb. Wir werden damit 4000 bis 5000 Kubikmeter Wasser einsparen - gerade auch im laufenden Betrieb der Bäder. Nach zwei Jahren hat sich das Geld für die Bohrungen amortisiert", rechnet der studierte Betriebswirt Ronny Adler vor. Im Freibad im Preißelpöhl kann künftig sogar die Erstbefüllung der Becken über den Brunnen autark erfolgen. Weitere Investitionen im Sommer seien in interne Medientechnik geflossen. So gibt es unter anderem zwei moderne, vernetzte Monitore in der Sauna und einen an der Kasse. Die Sauna sei ebenfalls in Revision, hier würden Fugen neu verfüllt, Malerarbeiten ausgeführt, Bänke neu geschliffen, neue Liegen im Außenbereich aufgestellt sowie neue Liege- und Sitzflachen im Innenbereich der Sauna geschaffen. 
Etwa bis zum 6. August muss alles fertig sein, denn von der Beckenbefüllung bis zum Anbaden dauert es etwa sechs Tage. "Die längste Zeit brauchen wir, das Wasser aufzuheizen auf die üblichen 28 Grad", weiß Schönbeck. Sein Chef blickt derweil mit Freude auf die gut gefüllten Freibäder. "Mit der Saison sind wir bisher sehr zufrieden, trotz, dass der Juli wettermäßig bisher gar nicht so der Knaller war. Wir schaffen mit dem heutigem Tag die Grenze von 36 000 Besuchern und in den kommenden Tagen soll es ja auch schönes, heißes Wetter geben", hofft Adler weiter auf einen gnädigen Wettergott.