Neue Tafeln erinnern an Pöhler Vergangenheit

Am "Talsperrenblick" können sich seit einigen Tagen Interessierte über das ehemalige Dorf Pöhl informieren. Herbert Steinmüller, Chronist aus Jocketa, hat bereits vor Jahren ein 200seitiges Buch über Pöhl geschrieben. Er war es auch, der die Initiative ergriff und sich für Informationstafel stark machte.

Als in der Tagespresse nach Pöhler Fotos gesucht wurde, war die Resonanz riesig. Über 400 Bilder gingen dem Chronisten zu. Steffen Fischer, der sich selbst als die "elektronische Seite" bezeichnet, über nahm die Computerarbeit. Die Bilder wurden digitalisiert. Die beiden Jocketaer kreierten die vier Info-Tafeln am Talsperrenblick.

Bereits vor mehreren Jahren wurde die Stele zum Dorf Pöhl von der Schloßhalbinsel hierher versetzt. Die beiden Edelstahlständer mit den vier Tafeln runden das Bild jetzt ab. Auf drei von ihnen wird an die Geschichte erinnert. Die tabellarische Reise durch die Jahrhunderte, angefangen mit der ersten Erwähnung 1288, endet mit dem Bild des letzten Pöhler Bürgermeister Otto Blüher aus dem Jahr 1961.

Auf der vierten Karte findet man einen Ortsplan des Dorfes. "Die Erstellung hat viel Arbeit gemacht", erzählt Fischer weiter. Mit Hilfe von Archivunterlagen und der Beschreibung alter Pöhler Einwohner hat er einen Ortsplan geschaffen, der zu 99 Prozent stimmt. Eingezeichnet sind auch Sperrmauer und Uferzone. Besonders informativ sind die angeordneten Bilder mit Ortskennzeichnung und eventuellem Standort des Fotografen.

Um die Vielzahl der übergebenen Bilder nutzen zu können und Informationen weiter zu geben, haben Fischer und Steinmüller eine Homepage eingerichtet. Unter www.dorf-poehl.de sind weitere Fotos zu sehen. Da die Rechte nicht bei den Chronisten liegen, ist es nicht möglich diese zu downloaden.

Sein jüngstes Kind ist die "Schiffsflotte von Pöhl". Zu sehen sind alle Schiffe, mit technischen Details, die auf der Talsperre fuhren und noch fahren. "Wir sind immer noch dankbar für Fotos. Zum Beispiel haben wir keine vom Inneren des Schlosses. Vielleicht kann uns da der eine oder andere Leser helfen" hofft Fischer. Auch neue Ideen sind schon gereift. So kann sich der Computerfachmann vorstellen, auf dem Mosenturm Richtungstafeln mit Bildern vom Dorf Pöhl anzubringen. "Wir haben so viele Bilder von da oben. Es würde sich anbieten und die Leute könnten sehen, wie es vor dem Staumauerbau aussah".

 

Das Gleiche könne man an verschiedenen Stellen rund um die Talsperre machen. Es gibt unzählige Dokumente. Steffen Fischer kann sich auch eine Beschilderung der noch vorhandenen Straßen vorstellen. "Es gibt noch viele Reststraßen, die jetzt in Richtung Wasser gehen" erzählt er.  G. K.