Neue Parkgebühren-Ordnung in Plauen

Mit etwas schwarzem Humor könnte man von einem Straßenkampf sprechen, den sich die Mitglieder diverser Ausschüsse in den letzten Monaten lieferten, als es zunächst um das Parkraumkonzept und nun um die Parkgebührenordnung ging.

Plauen - Im Wesentlichen sieht die neue Parkgebührenordnung, die Baubürgermeister Levente Sarközy und sein Team mit größter Sorgfalt erarbeitet hat, die Einteilung der Plauener Innenstadt in vier Zonen vor, in denen unterschiedliche Gebühren und Parkzeiten gelten. Das Parkraumkonzept, das die Änderung der Gebührenordnung notwendig macht, hatten die Stadträte bereits im Juni beschlossen.

Als Faustregel für die unterschiedlichen Tarife könnte gelten: Je näher am Stadtkern geparkt wird, desto höher die Gebühren. In Zone 1 - Altmarkt und alle Anrainerstraßen - sind 1,50 Euro pro Stunde fällig, begrenzt auf zwei Stunden Höchstparkzeit. Die gleiche Zeit gilt für Zone 2, hier sind 1,20 Euro stündlich zu entrichten. In beiden Zonen kann auf Stellflächen, die dafür ausgewiesen sind, weiterhin das Kombiticket genutzt werden.

Neu in Zone 3 aufgenommen werden zusätzlich zum Neustadtplatz die Obere Bahnhofstraße und der Parkplatz an der Burgstraße. Der Löwel-Platz "wechselt" in Zone 2 über. Parken in Zone 3 ist montags bis freitags von 8 bis 17 und samstags von 8 bis 12 für einen Euro pro Stunde möglich.

"Heiß umkämpft" war erneut das Parken in der Dobenaustraße. Hier hatte sich der Stadtbau- und Umweltausschuss für eine Tagesgebühr von einem Euro ausgesprochen. Die Stadträte stimmten mehrheitlich dagegen, so dass es bei einer Parkgebühr von zwei Euro bleibt. Kritiker hatten darauf verwiesen, dass diese Gebühr - auf den Monat hoch gerechnet - der in Parkhäusern gleiche, nur dass das Fahrzeug dort geschützt stehe.

Neu ist außerdem, dass der Bereich Bärenstraße ab Weststraße bis Haus Nr. 4 ebenfalls in Zone 2 eingegliedert wird (1,20 Euro/Stunde). Dem Vorschlag von Grünen-Stadtrat Dieter Rappenhöner, den Bereich Windmühlenstraße/Bärenstraße einseitig gebührenpflichtig auszuweisen, wude nicht stattgegeben. Während Stadtrat Tobias Kämpf (CDU) die Parkgebührenordnung als richtige Herangehensweise lobte, fand FDP/Initiative-Fraktionschef Sven Gerbeth ungewohnt kritische Worte. Unterm Strich handele es sich um eine kundenunfreundliche Gebührenerhöhung.

Die Fraktion werde nicht zustimmen. Rappenhöner erwiderte, dass es nicht in erster Linie um Geldgenerierung gehe, sondern eine Park-Steuerung. Sowohl Baubürgermeister Levente Sarközy als auch OB Ralf Oberdorfer avisierten nach der mühsamen Diskussion, dem neuen Parkraumkonzept nach seiner kompletten Umsetzung "ein Jahr Zeit zu geben", um spätestens im Frühjahr 2018 über eventuell mögliche Änderungen erneut zu befinden.