Neue Kulturadresse in Jößnitz: Geldhaus wird Kunsthaus

Mitten in Jößnitz befindet sich seit dem Wochenende eine neue Kulturadresse: die Galerie fineart Vogtland. Feine Kunst wird jetzt jeweils samstags, von 15 bis 17 Uhr, gezeigt. Galeristin Steffi Dagga hat ein Künstler-Trio zu einer Exposition vereint.

Jößnitz - Andreas Claviez, Sebastian Kletzander und George Lee Hackett heißen die ersten drei Künstler, die bei Steffi Dagga ein Podium erhalten, ihre Werke auszustellen und gegebenenfalls zu verkaufen. Malerei, Skulpturen und Kunst mit Holz prägen die Auftaktausstellung, die am Freitag eröffnet wurde.

Steffi Dagga, die Gastgeberin konnte zahlreiche Gäste und Interessierte begrüßen. Sie schaute froh drein ob der Tatsache, dass ihre Idee aufgegangen ist, an einem ungewöhnlichen Ort Kunst zu präsentieren und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Zudem belebt ihre Aktivität das gesellschaftliche Leben Jößnitz.

"Ich bin sehr glücklich, es ist - einfach gesagt - fantastisch", fand die Plauenerin kurze, treffende Worte ihrer Seelenlage. Mit Andreas Claviez hatte sie das Konzept "ausgehegt". Mit dem Eigentümer des Hauses, konnte sie eine gute Vereinbarung schließen, die Räume zu mieten.

Kunst macht glücklich, so erscheint ihr Motto. Sie verriet, dass sie selbst malt. "Ich bin die Schülerin und der Andreas Claviez ist mein Lehrer", so Dagga. In der Tat, Andreas Claviez gibt im Weisbachschen Haus in Plauen gut besuchte und gebuchte Malkurse (und darüber hinaus).

Diese Galerie-Eröffnung in dem Gebäude an der Bahnhofstraße mitten in Jößnitz ist über die Idee von Steffi Dagga auch sonst zum Staunen. Vor einiger Zeit noch befand sich ein Kreditinstitut in dem Gebäude, bevor dieses auszog, das Haus (mit Ausnahme des Bank-Interieurs) leer war, verkauft wurde und nun eine neue Bestimmung fand: Aus einer Bank wurde eine Galerie.

Kunst löst Moneten ab, fiel dem Besucher ein Slogan ein. Wobei es - so sind die Zeiten - auch in der Kunst um Geld geht, denn Malereien, Grafiken, Skulpturen, Installationen, Performances - die sind allesamt zunehmend auch Geldanlage-Objekte der Begierde. Dass es mitten in einem Dorf, dessen Infrastruktur sich über Jahre ausgedünnt hat, nun eine Kunstadresse gibt, macht Hoffnung.

Dass mitten in Räumen, die noch deutlich sichtbar als Schalterräume und Beratungszimmer wahrnehmbar sind und nun voller Kunst hängen, als hätte es eine spontane Übernahme gegeben, das lässt den Besucher schmunzeln.

Die Galerie fineart hat begonnen zu arbeiten. "Ich plane, so nach und nach die Öffnungszeiten zu erweitern, fürs Erste wird jeden Samstagnachmittag aufgemacht. Mal sehen, wie es sich entwickelt", sagte Steffi Dagga vorausschauend, die sich neben der Kunstpräsentation auch anderen Aktivitäten in der Galerie vorstellen kann: wie zum Beispiel Lesungen, Musik, Vorträge.