Neue Jobs für Ex-Plamagianer

Bei der Vermittlung von Ex-Plamagianern kann die Augsburger Projekt- und Transfergesellschaft (PTG) auf beachtliche Erfolge verweisen. Und auch Investor Volker Weingärtner hat daran Anteil.

Plauen - Tacettin Kececi möchte so bald wie möglich seine Zelte in Plauen abbrechen. Das könnte man ihm übel nehmen, wenn man nicht wüsste, welche Aufgabe er hier erfüllt. Der Mann mit dem für deutsche Zungen schwierigen Namen ist Projektleiter der Projekt- und Transfergesellschaft (PTG) die sich darum kümmert, möglichst viele ehemalige Plamagianer wieder in Lohn und Brot zu bringen. Über die bisherigen Bemühungen und durchaus zu verzeichnenden Erfolge informierte er am Montag die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses.

Über die Gesamtzahl der Vermittlungen der einst fast 800 Beschäftigten kann er keine Angaben machen, denn Kececi unterscheidet zwischen den einzelnen Entlassungsphasen bei der Plamag - und nur mit bestimmten ist die PTG mit Sitz in Augsburg befasst. Zunächst registrierte die PTG 361 Mitarbeiter im Zeitraum 1. März 2011 bis 31. Januar dieses Jahres. Zunächst sei mit diesen Beschäftigten ein Bewerbertraining geführt worden um zunächst auszuloten, wofür der Betreffende qualifiziert ist, was er sich für die Zukunft selbst vorstellt. Zwei Beratungsgespräche monatlich, so Kececi, hätten die Vorstellungsberater seines Unternehmens monatlich mit den Betroffenen geführt, insgesamt hätten fast 4800 Gespräche stattgefunden.

Exakt 1127 Kontakte zu Unternehmen seien dabei geknüpft worden, die Hälfte davon stamme aus dem Vogtland beziehungsweise einem Radius von 50 Kilometern, lediglich 35 Prozent lagen weiter entfernt. Aus diesen Firmenkontakten heraus resultierten Kececi zufolge 6800 Bewerbungen. Nicht alle führten freilich zum Erfolg. Wenn man aus besagten 361 Betroffenen der ersten Phasen Langzeitkranke und Altersteilzeitler herausrechne, dann blieben unterm Strich 204 Männer und Frauen, die inzwischen wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausüben, und da meine er keine Mini- oder Teilzeitjobs, wie der Augsburger betonte. Dass wesentlich mehr Männer als Frauen vermittelt werden konnten, liege allerdings auch an der Spezifik der Branche.

Vier einstige Plamagianer stürzten sich ins kalte Wasser und wurden Existenzgründer, einer davon ist weltweit unterwegs, sagt Kececi mit einer Spur Hochachtung in der Stimme. Auf die Situation älterer Arbeitnehmer angesprochen, erklärt er, dass viele aufgrund ihrer langen Betriebszugehörigkeit einen guten Verdienst hatten, den sie in anderen Unternehmen kaum hätten realisieren können, weshalb sich die meisten für eine Abfindung entschieden. Generell sei es inzwischen aber so, dass Unternehmen, die wirklich Mitarbeiter brauchen, gern auch auf Ältere mit entsprechender Erfahrung zurückgreifen.

168 der 204 Vermittelten fanden einen neuen Job im Umkreis von 50 Kilometern, wobei Hof beispielsweise nicht dazu zählt. Nach der Schließung der Plamag bekam die PTG weitere 207 "Fälle" auf den Tisch, nicht gerechnet jene 23 Beschäftigten, die in der Ex-Plamag noch Restarbeiten verrichten. Nun kommt auch der künftige Investor, der Augsburger Unternehmer Volker Weingärtner ins Spiel, den Kececi mehrfach als "sehr menschlich" bezeichnet. Zunächst habe Weingärtner nur Interesse am Gelände und dem Maschinenpark signalisiert, doch wenig später sei er auch an fähigen Mitarbeitern interessiert gewesen - vorzugsweise an Ex-Plamagianern. Etliche wussten schon Ende Februar Bescheid, erinnert sich Kececi.

Die PTG habe dann Unterstützung bei der praktischen Qualifizierung der alten neuen Mitarbeiter geleistet - so dies erforderlich war. 69 Kollegen befinden sich derzeit in der Qualifizierung, bis Mitte des Jahres sollen 80 Männer und Frauen auf ihrem bestens bekannten Betriebsgelände arbeiten, auf 150 soll ihre Zahl bis Jahresende ansteigen. Ex-Plamagianer werden vorrangig berücksichtigt, sagt Kececi freimütig, obwohl die PTG selbst natürlich keinen Einfluss auf Weingärtners Entscheidungen habe, der übrigens künftig auch wieder ausbilden werde.

Auf das Lohngefüge angesprochen räumt er ein, dass Tarife wie einst in der Plamag sicher nicht gezahlt werden. Von Dumpinglöhnen könne aber auch keine Rede sein. Weingärtner habe avisiert, dass der Einstieg - ausgenommen Hilfstätigkeiten - bei etwa zwölf Euro liege und sich dies je nach Aufgabenbereich deutlich steigern könne.