Neue Gesichter für Plauener Seniorenrat

Nachdem der langjährige Vorsitzende des Seniorenbeirats, Joachim Stolze, im Herbst vorigen Jahres mehr oder weniger frustriert das Handtuch geworfen und als einen der Gründe die mangelnde Unterstützung und Anerkennung seitens der Stadtverwaltung genannt hatte, macht es sich nun erforderlich, neue Personen in dieses Gremien zu wählen, zumal sich weitere fünf Mitglieder inzwischen von ihrer ehrenamtlichen Funktion entbinden ließen.

Am Donnerstag stellten sich sechs Kandidaten den Mitgliedern des Sozialausschusses vor, die im Vorfeld ihr Interesse signalisiert hatten, künftig im Seniorenbeirat mitzuwirken. Es handelt sich um Dieter Schmidt, Ludwig Bergmann, Josef Teufel, Bernd Metzner, Erika Künzel und Klaus Pfeifer - teilweise also Bürgern, die vielen Plauenern aus anderen ehrenamtlichen Funktionen bekannt sind.

Jeder erhielt die Gelegenheit, sich kurz vorzustellen und zu begründen, weshalb er das Ehrenamt ausüben möchte.

Eingangs hatte Bürgermeister Uwe Täschner darauf hingewiesen, dass die Stadtverwaltung auch weiterhin an einem Seniorenbeirat festhalten möchte, obwohl dies nach der Fusion mit dem Landkreis nicht mehr zwingend nötig sei. Zudem handele es sich um eine tatsächliche Wahl, weil mehr Kandidaten zur Verfügung stünden als der Beirat benötige.

, der bis 2009 zehn Jahre für die CDU im Stadtrat saß, möchte seine langjährigen Erfahrungen nun in den Seniorenbeirat einbringen und als gelernter Bäcker und Innungsobermeister der Zunft auch im Rentenalter keine kleinen Brötchen backen. Und wem Schmidt vielleicht nicht als Bäcker oder Stadtrat ein Begriff ist, der kennt ihn möglicherweise als Gründungsmitglied und Präsident des Handwerker Carneval Clubs (HCC).

Die Kurzvita von dem im Urlaub weilenden verlas die Geschäftsführerin der Freizeitanlagen GmbH, Martina Schaarschmidt. Der 1944 geborene studierte Landwirt und lange Jahre als Bauleiter im Tiefbauamt der Stadt tätige Bergmann, wolle sich im Falle seiner Wahl für eine gerechte Verteilung der Ressourcen und gegen Altersarmut einsetzen, ließ er mitteilen.

arbeitete zunächst in der Plamag und anschließend in der Wema, bevor er nach der Wende im Verein Wohn- und Lebensräumne aktiv wurde. Für die Linken agiert er als Sachkundiger Bürger im Wirtschaftsausschuss und bei den Mitgliedern des Jugendparlaments gilt er ebenfalls als zuverlässiger und jederzeit ansprechbarer Berater. Hinsichtlich der Chancen älterer Bürger gebe es noch viel Nachholbedarf, begründete Teufel, weshalb er kandidiere.

, gebürtiger Plauener, verbrachte große Teile seines Arbeitslebens als Betriebswirt und Diplompädagoge in der Wema und war nach der Wende verantwortlich für den Bereich Prüfungswesen der IHK. Zudem engagiert er sich im Ortsvorstand der SPD und im Beirat der Straßenbahn. Sein Motiv: Geistig aktiv bleiben und für die Senioren der Stadt etwas bewegen.

lernte zwar in der Sparkasse, stand aber die meiste Zeit ihres Berufsleben ihrem als Tischlermeister selbstständigen Mann als mithelfende Ehefrau zur Seite. Nun möchte sie einfach noch etwas Sinnvolles tun, so die einzige sich bewerbende Frau.

schließlich engagierte sich ebenfalls bis 1999 im Stadtrat, danach im kirchlichen Bereich. Auch er möchte seine langjährigen politischen Erfahrungen in den Seniorenbeirat einbringen.

Nachdem die Mitglieder des Sozialausschusses die Möglichkeit hatten, die Kandidaten zu befragen, werden sich nun die Fraktionen mit den Personalien der sechs Bewerber befassen, bevor eine endgültige Entscheidung dann dem Stadtrat obliegt.