Neue Anlaufstelle für soziale Dienste in Oelsnitz

Ein blindes Schaufenster weniger gibt es im Oelsnitzer Zentrum. Ihre neue Geschäftsstelle in der Dr.-Friedrichs-Straße 15 weihte die gemeinnützige Service GmbH Soziale Dienste des Obervogtländischen Vereins für innere Mission mit einer kleinen Feier ein. Geschäftsführerin Nicol Georgi und Betriebsleiter Johannes Fuchs begrüßten Gäste aus Kirchgemeinde, Behörden und Öffentlichkeit.

In der OVV Service gGmhH arbeiten Menschen mit Handicap und gesunde Menschen gemeinsam auf dem ersten Arbeitsmarkt. Größter Auftraggeber für das Integrationsprojekt ist der Obervogtländische Verein für innere Mission Marienstift. Die rund 20 Mitarbeiter sind unter anderem im Reinigungsbereich und als Hausmeister tätig. Ausgeführt werden auch Transporte, Haushaltauflösungen und Umzüge.   "Rückhalt durch den OVV"   Eine schwere Zeit erlebe die gGmbH seit 2008, schilderte Fuchs die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Die Kooperationspartner, auf deren Aufträge der gemeinnützige Betrieb angewiesen ist, leiden selber unter der Auftragslage. In dieser Situation erlebe man Rückhalt durch den OVV. Fuchs: "Das ist eine feste Größe, mit der wir rechnen können." So könne die Service GmbH auch die Schwierigkeiten überwinden, welche durch den Wegfall von Förderungen entstanden sind. "Gut, dass wir einander haben", der Gedanke zog sich als roter Faden durch die Rede des Betriebsleiters. Partner ist auch das Integrationsamt des Landratsamtes.

Die Existenz sieht Fuchs nicht bedroht, sogar Neues wird angegangen. Im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld versucht der Betrieb neue Betätigungsfelder zu erschließen. Dazu gehören Bürodienstleistungen in Einrichtungen des OVV, aber auch für private Auftraggeber. Anliegen ist, Service in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens zu bieten. Über ein weiteres Standbein verfügt die gGmbH in Schilbach. Dort wird hochwertiger Rindenmulch aus der Rinde einheimischer Bäume produziert, der lose oder sackweise günstig verkauft wird, übrigens auch in der Oelsnitzer Geschäftsstelle.   Ziel: Dauerhafte Arbeitsplätze   Fuchs, selbst Vater eines schwer behinderten Kindes, kann sich gut in die Situation Betroffener versetzen. Ihnen soll Leistung abverlangt und Wertschätzung gezeigt werden - "wichtig ist, dass ein Mensch gebraucht wird". Dauerhafte Arbeitsplätze zu schaffen für Menschen in bedrängter Lage, darin sieht Pfarrer Jörg Briesovsky ein wichtiges Anliegen. "Tod, Elend und Arbeitslosigkeit" stellte der Geistliche in einen Kontext. Es sei "die traurige Folge des Abweichens vom Schöpfer". Der Mensch hat das Paradies verloren, doch er kann "kleine Oasen" schaffen. Ein solcher Ort, "an dem der ursprüngliche Gedanke des Gartens Eden hervorleuchtet", sei die gGmbH Soziale Dienste, deren neue Geschäftsstelle mit dem Segen des Pfarrers ihre Arbeit beginnt. Außer dem Betriebsleiter versieht hier Mitarbeiterin Dominique Reichelt ihren Dienst.  R. W.