Neue Ära ohne Kampfabstimmung

Der Landkreis Zwickau und der Vogtlandkreis gehen Hand in Hand als Rettungszweckverband Südwestsachsen. Geschäftsführer ist Jens Leistner mit Sitz in Plauen. Sitz der neu erbauten Leitstelle wird ab Herbst 2014 in Zwickau sein.

Plauen - Die Notrufe laufen noch bis Herbst 2014 wie gewohnt in den beiden bisherigen Rettungsleitstellen Plauen und Zwickau auf. "Erst ab Herbst 2014 wird die neu erbaute Zwickauer Leitstelle voll nutzbar", bestätigte am Donnerstag der frisch gebackene Geschäftsführer des neuen Rettungszweckverbandes Südwestsachen, Jens Leistner.

In einem Kraftakt sei es den Mitarbeitern beider Verbände gelungen, aus dem Rettungszweckverband Vogtland und dem Verband Westsachsen nun den gemeinsamen Rettungszweckverband Südwestsachsen auf den Weg zu bringen. Zeitnah wurden die beiden Wirtschaftspläne zusammen geführt, lobte Leistner.

Liquidität sei gegeben. Dringendste Aufgabe werde sein, den gemeinsamen Bedarfsplan zu erstellen. Denn trotz vieler Gemeinsamkeiten, gibt es auch Unterschiede. Um aus zwei Teilen eine Einheit werden zu lassen, müsse es auch Kompromisse geben, machte Dr. Christoph Scheuer als Verbandsvorsitzender deutlich. In zügiger Art und Weise führte er am Donnerstag die Wahl durch und ließ beim munteren Schlagabtausch mit Landrat Dr. Tassilo Lenk erkennen, dass man gut miteinander kommuniziert und sich in der großen Sache einig ist.

Eine Kampfabstimmung war nicht nötig, um die formellen Dinge auf den Weg zu bringen, die eine rasche Arbeitsfähigkeit des neuen Zweckverbandes der Landkreise Zwickau und des Vogtlandkreises von nun an regeln.

Immerhin wird die neue Leitstelle die Notfalleinsätze für ein Gebiet von 2 400 Quadratkilometern koordinieren und für rund 600 000 Einwohner zuständig sein. Unverändert kurz (etwa zwölf Minuten) sollen die Rettungswege bleiben. Dafür wurde in der Vergangenheit ein enges Rettungsnetz gerade auch im Vogtland gespannt. Mit 14 Rettungswachen (die letzte kommt nun 2013 in Elsterberg hinzu) und 16 Rettungswachen im Landkreis Zwickau sind dann insgesamt 30 der Rettungswachen zu betreuen.

Die derzeit über 400 Mitarbeiter wurden übernommen, sechs bis acht neue Planstellen werden diskutiert. Der gemeinsame Fahrzeugbestand beträgt 120 Fahrzeuge. Für zwölf neue Fahrzeuge bekam gestern das Auerbacher Autohaus Meinhold GmbH den Zuschlag für einen Angebotspreis von 434 535,46 Euro. Sie kommen als Austauschfahrzeuge hinzu. Aufstocken möchte man in Zukunft in Sachen ärztlicher Leiter. In Zwickau hat man ihn schon, im Vogtland ist die Stelle nur zeitweilig besetzt. Im Jahr werden rund 150 000 Einsätze gefahren im neuen Einzugsbereich. Die Tendenz sei leicht steigend, trotz Bevölkerungsschwund. Das liege vor allem am immer dünner werdenden Netz der Hausarztversorgung, so der neue Geschäftsführer.