Neubau und Frischekur im Plauener Helios

Psychiatrie-Anbau, Kreißsaal-Sanierung, Hubschrauber-Landeplatz oder Umbau Rettungsstelle - im Helios Vogtland-Klinikum wird weiter kräftig in die Zukunft investiert.

Plauen - An der Klinik für Psychiatrie wächst der Erweiterungsbau, für den am 6. November 2017 der Grundstein gelegt wurde, in die Höhe. "Wir sind beim Bauablauf gut dabei, bislang hat auch das Wetter geholfen. Im August/September soll Richtfest und im 1. Quartal 2019 die Eröffnung sein", sagte Uwe Quitzow, Standortleiter Bau und Technik am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz im Helios Vogtland-Klinikum.

Dass das zwar die größte, aber nicht die einzige Baustelle auf dem Klinikgelände ist, machte er an der Aufzählung weiterer Vorhaben deutlich. So laufen derzeit Modernisierungsarbeiten in der Geburtsklinik. "Bis zum Jahresende wollen wir die drei Kreißsäle und die dazu gehörenden Räume umgestalten. Passieren muss das bei laufendem Betrieb. 2007 ist die Klinik eingeweiht worden und deshalb wird es Zeit für eine Frischekur. Ein neues Wellnessbad soll Ende des Monats von den ersten werdenden Müttern genutzt werden können", versichert Quitzow.

Und auch in der Augenklinik sind demnächst die Handwerker zugange. Immerhin soll dort bis März ein neuer ambulanter Augen-OP-Raum entstehen. Um für die aktuellen EU-Anforderungen an einen Krankenhaus-Hubschrauber-Landeplatz gewappnet zu sein, wurden bereits im vergangenen Jahr für rund 35.000 Euro neue Beleuchtungen angebracht, die Landefläche vergrößert, Löschmittel vor Ort installiert und Personal, das bei jeder Landung eines Rettungshubschraubers dabei sein muss, geschult.

"Wer bis März seinen Landeplatz nicht nachgerüstet hat, muss ihn schließen", nennt Quitzow die Herausforderung, vor der jedes Krankenhaus steht. In Plauen können jetzt rund um die Uhr die Rettungshubschrauber landen. Zwar müssen die eingeflogenen Patienten noch mit einem Krankenwagen zur medizinischen Versorgung in der Klinik gebracht werden, "ich sehe in den nächsten Jahren keinen Landeplatz auf dem Dach", so Quitzow, aber dafür ist das Vogtland-Klinikum in der Rettungsverfolgung Vorreiter.

"Wir sind die erste Klinik in Sachsen, die noch vor Eintreffen des Notfall-Patienten, ob im Krankenwagen oder per Hubschrauber, über digitale Daten, die an einem großen Monitor gezeigt werden, informiert ist, welche Maßnahmen er braucht und welche Fachärzte bereitstehen müssen.

Das macht die Versorgung der Patienten viel sicherer", freut sich der Ärztliche Direktor Dr. Oliver Schilling. Umgebaut wurde auch in der Rettungsstelle. Um der wachsenden Patientenzahl gerecht zu werden und eine Reihenfolge der Behandlungen per Ersteinschätzung festzulegen, wurde ein so genannter Triage-Platz eingerichtet.

"Täglich sind 80 bis 100 Patienten in der Rettungsstelle. Im Jahr sind es rund 30.000. Als die Rettungsstelle 2001 eingeweiht wurde, waren es weniger als 15.000. Die Entwicklung wird sich mit zunehmenden Ärztemangel und daraus resultierenden langen Wartezeiten weiter verschärfen. Deshalb müssen wir die Abläufe anders organisieren, beispielsweise auch durch eine Portalpraxis für niedergelassene Ärzte.

Wir müssen die Anzahl der Behandlungsräume erhöhen. Das alles weist schon darauf hin, dass wir längerfristig die Rettungsstelle erweitern müssen. Ein Fördermittelantrag liegt schon beim Ministerium. Und wir sind guten Mutes", sagt Dr. Schilling und erntet bei Geschäftsführerin Peggy Uhlmann Kopfnicken.

Mit dem Umzug aus dem Haus 3 in das Bettenhaus haben sich auch für die Geriatrie die Bedingungen verbessert. "Wir haben viele Abteilungen im Haus 4 für die benötigen Geriatrie- Betten umstrukturiert. Jetzt funktioniert fast alles einwandfrei", sagt Quitzow. Nun wird schon an eine Erweiterung der Palliativstation nachgedacht.

Und dann ist auch noch die laufende Instandhaltung im Haus im Auge zu behalten. Von den 11,2 Millionen Euro Investgeldern flossen 2017 rund 7,2 Millionen in Bauarbeiten, 2,8 Millionen in Medizintechnik und 1,2 Millionen in die Datenverarbeitung. Und auch in diesem Jahr fließen Millionen.