Netzschkau: Mann stirbt bei Explosion

Eine Tragödie spielte sich in der Nacht zu Sonntag in Netzschkau ab. Ein junger Mann sprengte sich in einer Doppelhaushälfte an der Gartenstraße vermutlich selbst in die Luft.

Netzschkau - Eine kräftigte Verpuffung mit einem lauten Knall erschütterte gegen 21.30 Uhr die ruhige Siedlung in Netzschkau. Unter dem Dach der Gartenstraße 28 soll nach Angaben der Polizei Max S. mit Sprengstoff experimentiert haben. Sein gefährliches Hobby musste der 18-Jährige mit dem Leben bezahlen.

"Es ist schrecklich und tragisch. Wir verstehen uns hier alle gut", sagte ein 67-jähriger Anwohner. Er beschreibt die Explosion wie das Geräusch einer Rakete. "Ich habe gleich zum Fenster raus geschaut." Schreie habe der Nachbar aus dem Haus gehört. Einen Brand löste der Sprengstoff glücklicherweise nicht aus. Wenige Minuten nach der Erschütterung trafen Rettungswagen und Polizei ein. Für den 18-Jährigen gab es keine Rettung mehr.

Wie schwer das Gebäude durch die Detonation beschädigt worden ist, kann noch nicht genau gesagt werden. Dies müsse ein Statiker prüfen, so Polizeisprecher Jan Meinel. Der Sprengstoff soll Löcher in den Fußboden und ins Dach des Hauses gerissen haben. Kleinere Gebäudeteile seien auch auf die Straße geflogen.

Der junge Mann soll in seiner Kindheit vernachlässigt worden sein. Mit vier Jahren ist er zu seinen Großeltern gekommen und wuchs hier auf. "Beide haben sich sehr um ihn gekümmert und alles für ihn getan", sagt ein Nachbar. Max S. wird als Eigenbrötler beschrieben. "Ich habe ihn nie mit Freunden gesehen." Die Großeltern wurden durch die Explosion Samstagnacht nicht verletzt. Die ältere Frau erlitt einen Schock.

In der Siedlung war bekannt gewesen, dass der 18-Jährige mit Sprengstoff spielte. Auffällig wurde er auch schon in der Schule in Reichenbach. Hier soll er einen Getränkeautomaten mit einer Explosion zerstört haben. Vor drei Jahren hatte es eine Anzeige bei der Polizei gegeben. Beamte durchsuchten daraufhin die Wohnung nach Chemikalien.