Nebenerwerbsgründungen liegen stark im Trend

Die Gewerbestatistik der Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz des vergangenen Jahres zeigt, dass über die Hälfte (67,5 Prozent) der vorgenommenen Gewerbeanmeldungen in Südwestsachsen im Nebenerwerb erfolgten.

Plauen/Chemnitz - Diese Zahlen bestätigt nun auch eine aktuell durchgeführte IHK-Umfrage vom Februar 2014, so die IHK Chemnitz in einer Pressemitteilung. 62 Prozent der Umfrageteilnehmer üben demnach neben ihrem sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis einen Nebenerwerb aus. Der überwiegende Teil gründet im Alter zwischen 31 und 49 Jahren und sieht in einer nebenberuflichen Selbstständigkeit die Chance, Ideen zu verwirklichen.

Natürlich spiele laut IHK die Möglichkeit, das Hobby zum Beruf zu machen, eine bedeutende Rolle, genauso wie die Haushaltskasse etwas aufzufüllen. Erstaunlich sei, dass immerhin 44 Prozent aller Befragten den Nebenerwerb als Sprungbrett für eine spätere Vollexistenz nutzen. Nach wie vor beliebt sind die Branchen sonstige Dienstleistungen (39 Prozent), der Handel (18 Prozent) sowie der Finanzdienstleistungs-/Versicherungssektor (16 Prozent). Gerade der Bereich der Finanzdienstleister und Versicherungsvermittler zeichnet sich durch ein geringes Startkapital aus und birgt damit eine höhere Attraktivität als beispielsweise das Verkehrsgewerbe.

"Eine nebenberufliche Gründung bildet eine gute Grundlage, die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen weiter voranzutreiben und die Innovationskraft zu stärken", erläutert der Präsident der IHK Chemnitz Franz Voigt. Die gute Arbeitsmarktsituation in Deutschland trage unter anderem dazu bei, dass ein Großteil der Angestellten diese Form als Grundlage für einen späteren Haupterwerb nutzt, um eine gute wirtschaftliche Basis zu schaffen.

"Die Zukunft der Gründerlandschaft in Deutschland wird sich zunehmend in diese Richtung entfalten. Daher ist es wichtig, dass wir dieser Zielgruppe eine höhere Aufmerksamkeit widmen und die Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten auf Landes- und Bundesebene entsprechend weiterentwickeln", mahnt der IHK-Präsident. "Wir sehen dringenden Handlungsbedarf auf politischer Ebene, um Existenzgründungen in Deutschland wieder mehr Attraktivität zu verleihen und denjenigen, die bereits erfolgreich im Nebenerwerb aktiv sind, den Schritt in eine hauptberufliche Selbstständigkeit zu erleichtern. Job und Nebenberuf gleichzeitig zu betreiben ist eine große Herausforderung", so Voigt.

Die IHK Chemnitz hat das Potenzial in den Nebenerwerbsgründungen bereits erkannt und ein entsprechendes Leistungsangebot im Portfolio. Interessierte können sich individuell in den StarterCentern an allen IHK-Standorten beraten lassen. Die Gründungsberater informieren zu rechtlichen, steuerlichen sowie versicherungsrelevanten Aspekten, Hinzuverdienstgrenzen, Möglichkeiten der Inanspruchnahme öffentlicher Förder-, Finanzierungs- und Coachingprogramme und halten ein umfangreiches Angebot an Checklisten, Merkblättern und Publikationen vor.

Zusätzlich erhalten Gründungsinteressierte Tipps sowie Online-Vorlagen im Web unter www.chemnitz.ihk24.de/startercenter. Regelmäßig stattfindende Infoveranstaltungen, Workshops und branchenübergreifende Veranstaltungen runden das Serviceangebot ab. Ansprechpartnerin im IHK-Fachbereich: Franca Heß, Referatsleiterin Existenzgründungs-/-sicherungsberatung, Telefon: 0371 / 69 00 13 10.

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