Nähen wie einst die Großmutter

Ein Museum ist heutzutage für Kinder eigentlich uncool. Doch packt man die Sache mit einem Besuch richtig an, weckt man bei den jungen Leutchen ehrliches Interesse - so wie beim Projekt des Vereins der Plauener Theaterfreunde.

Plauen - Die Drittklässler der Astrid-Lindgren-Schule fühlten sich mit einem Mal wie daheim. Im Vogtlandmuseum Plauen hieß die Devise bei ihrem gestrigen Besuch nicht etwa mucksmäuschenstill zu sein und ehrfürchtig an den Auslagen und Vitrinen stehen zu bleiben. Nein, die Kinder sollten und durften das Museum mit seinen zahlreichen Räumen, den Geheimnissen und Schätzen so richtig in Beschlag nehmen. Und das taten sie. Die jungen Plauener stöberten in den Magazinen, den Bibliotheken, sahen in den Werkstätten und im Archiv nach und sie hatten ihren Spaß im großen Spielzimmer des Hauses: "Oh, das fetzt ja hier!"

"Wir veranstalten diese Art Museumsrundgang schon länger, es ist eine schöne Zusammenarbeit mit Schulen, Museum und Museumsverein", meinte Christine Hildebrand, eine engagierte Mitstreiterin vom Verein der Förderer und Freunde des Museums, die sich den Vormittag für die Schüler frei genommen hatte und mit weiteren Helfern und Museumsmitarbeitern den überaus interessanten Tag in den historischen Räumen absicherte.

Der Tag lief unter der Rubrik "Museumspädagogik", dankbar von Schulen angenommen, wie auch Horterzieher Andreas Färber bestätigte: "Unsere Kinder erleben das Museum mal anders, es ist nicht streng, sie können viel ausprobieren und sie merken zum Beispiel, wie früher gespielt wurde, manches kennen die Mädchen und Jungen ja gar nicht mehr bei dem modernen Spielzeug heutzutage." Siehe da, in historische Gewänder schlüpfen, eine alte kleine Mühle betätigen oder an einer echten, uralten und vor allem funktionstüchtigen Spielzeugnähmaschine aus dem Jahr 1910 arbeiten, machte einfach richtig Laune. Die Museumspädagogik hat schon das nächste Projekt in Planung. "Im Sommer werden wir im Museumshof einen richtigen Waschtag veranstalten", blickte Christine Hildebrand voraus. Das Motto lautet herrlich: "Waschen wie zu Omas Zeiten" - also ohne Sparmodus, Weichspüler und Wäschetrockner. va