Nachwuchspreis von e.o.plauen geht nach Wien

Die Preisträger des e.o.plauen Nachwuchspreises für Handzeichnungen 2012 stehen fest: Die Jury verkündete am Freitagvormittag nach einer siebenstündigen Beratung das offizielle Ergebnis. 25 Nachwuchskünstler hatten Arbeiten abgegeben.

Plauen - Der e.o.plauen Nachwuchspreis 2012 geht nach Österreich an Cindy Leitner. Die Künstlerin aus Südtirol studiert derzeit an der Akademie der bildenden Künste in Wien und überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit am meisten. "Das freut mich sehr", sagte Leitner dem Vogtland-Anzeiger kurz nach der Bekanntgabe. Ihr Bild sticht hervor. Im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern hat sie nicht mit der Farbe gespart.

Die bunte Siegerarbeit habe die Jury absolut überzeugt, meint Dr. Elke Schulze vom Vorstand der e.o.plauen Stiftung. Die Leiterin des Erich-Ohser-Hauses in Plauen saß erstmals in der Jury des Wettbewerbes, der alle drei Jahre vom Kunstverein Plauen-Vogtland ausgelobt wird. Die Qualität der Arbeiten sei großartig, stellte Elke Schulze überrascht fest. "Wir haben gerungen, aber das Ergebnis wird von allen getragen."

Die 25 Nachwuchskünstler haben insgesamt 170 Arbeiten abgegeben und kommen unter anderem aus München, Stuttgart und Leipzig. Mit Amerika, Russland und Italien sind diesmal auch besonders viele aus dem Ausland dabei gewesen. Drei Plauener waren ebenfalls unter den Teilnehmern. Fast alle Nachwuchskünstler nutzen den modernsten Weg und schickten ihre Bilder direkt per E-Mail an den Kunstverein.

Maximal 15 Arbeiten konnten die Jugendlichen und Studenten jeweils einreichen. "Es war aufregend, spannend aber auch mühsam", sagt Wettbewerbsleiter Peter Hochel zur Arbeit der Jury.

Das Teilnahme-Alter war in diesem Jahr auf 25 Jahre beschränkt, was dazu führte, dass die Beteiligung etwas geringer ausfiel als 2009. Trotzdem konnte ein hohes Niveau erreicht werden. "Wir haben nicht jedes Mal so herausragende Arbeiten", so Hochel. Es sei eine große Bandbreite an aktuellen Zeichnungen.

Der Nachwuchspreis sei auch immer etwas eine Zitterpartie. Anfänglich könne schwer eingeschätzt werden, wie das Thema unter den Künstlern ankommt. "Ich werfe da einen Stein ins Wasser", so Hochel. Die erzeugten Wellen in diesem Jahr haben aber erneut bewiesen, dass der e.o.plauen Nachwuchspreis in Deutschland und inzwischen auch in Europa Gehör findet.

Nach einer groben Vorauswahl befanden sich noch zehn Arbeiten bei der Preisträgersitzung der Jury im Rennen. Geachtet wird vor allem auf das Handwerk, die Idee und die künstlerische Umsetzung. Durch die hohe Qualität der Arbeiten sahen sich die fünf Juroren plötzlich mit einem Konflikt konfrontiert.

Es lagen Bilder von 25-jährigen Studenten und 14-jährigen Nachwuchskünstlern auf dem Tisch. Aus diesem Grund entschied sich das Komitee für die Vergabe eines Jugendanerkennungspreises. Dieser geht damit erstmals an den 15-jährigen Henrik Heinicke aus Oberwiera.

Die ersten drei Preisträger dürfen sich neben einem Preisgeld und zwei Ausstellungen auch über einen Künstlerkatalog freuen. Mit diesem können die Nachwuchskünstler später für sich und ihre Werke werben. Nach dem bisher die Sparkasse Vogtland den Wettbewerb unterstützte, konnten diesmal die Stadtwerke Plauen gewonnen werden. Dies lag auf der Hand, so Peter Hochel. Wirbt der Energielieferant doch auch mit Vater und Sohn.

Die Stadtwerke stellen für den ersten Platz 1000 Euro, für den zweiten Platz 800 Euro und für den dritten Platz 600 Euro zur Verfügung.

Eine Ausstellung mit den besten 100 Arbeiten des Nachwuchswettbewerbes wird am 21. September in der Galerie des Malzhauses eröffnet (18 Uhr). Weitere Arbeiten der Preisträger sind zudem ab diesem Tag in der Galerie Forum K zu sehen (20 Uhr).

1. Platz: Cindy Leitner

"Es ist eine sehr große Ehre für mich und eine große Chance", freut sich Cindy Leitner. Besonders freue sie sich schon auf die Preisverleihung und die Ausstellungseröffnung am 21. September im Malzhaus Plauen. Einen Dank will die Nachwuchskünstlerin auch an den Kunstverein richten, der viel Energie in die Unterstützung junger Künstler stecke. Am liebsten malt die Wahl-Wienerin, auch wenn dies ungewöhnlich sei, mit Filzstiften. Auf ihrem Siegerbild hat sie versucht, Situationen von jungen Menschen in der heutigen Gesellschaft abzubilden. Umgesetzt wurde dies mit knalligen Farben. "Das steht für mich." Zudem ist das Bild sehr linear.

2. Platz: Charlott Weise

"Ich bin einfach sehr glücklich und sehe das als Möglichkeit, mich mit vielen anderen Leuten auszutauschen", sagt die Görlitzerin Charlott Weise, die derzeit in Dresden studiert. Zeichnen sei ihre große Leidenschaft, um so selbstverständlicher war es für die Nachwuchskünstlerin, als sie eher zufällig auf die Ausschreibung des Preises stieß, daran teilzunehmen. "Vor allem da es um e.o.plauen ging." Viel arbeite sie mit Tusche, Feder und Pinsel. Drei Serien von figürlichen Zeichnungen in Schwarz und Weiß habe sie abgegeben. Darin hat sie künstlerisch die Beziehung zwischen Gegenständen und Personen verarbeitet.

3. Platz: Ludwig Kupfer

"Ich freue mich sehr darüber. Der Preis ist viel wert. Das Geld ist eine gute Unterstützung für mein Studium", sagt der Berliner Ludwig Kupfer. Er studiert derzeit ebenfalls in Dresden. Die Jury nannte seine Abgabevariante mutig. Denn er gab nur eine Arbeit ab. "Ich kann mich noch an den ersten Spruch meines Professors erinnern. Er sagte, eine schlechte Arbeit kann eine gute herunterziehen. Es ist eine gute Arbeit hinter der ich stehe", erklärt Kupfer. "Das war Taktik." Der Berliner hat ein modernes Stillleben mit Kohle gemalt. "Man muss etwas länger schauen, um zu sehen, was es ist." Denn es handele sich lediglich um eine Tischkante.