Nachwuchsarchitekten probieren sich in Plauen

Plauen - Kantine, Bibliothek, Aula - und das alles "schlau statt groß" gebaut, lautet die Aufgabenstellung für Studentinnen und Studenten der Westsächsischen Hochschule Zwickau, Fakultät Architektur/Außenstelle Reichenbach.

Schon länger sei ein erhöhter Platzbedarf Thema im Plauener Diesterweg Gymnasium. Der Speiseraum ist zu klein für die Zahl der Schüler, Räume für Veranstaltungen oder größere Treffen gibt es nicht. "Wir sind ständig auf der Suche nach Raummöglichkeiten. Ob in der Festhalle oder beispielsweise der Aula der Friedensschule, ständig muss irgendwo nachgefragt und darum gebeten werden", so der Direktor des Gymnasiums Ralf Ballmann. Zunächst als Höhere Mädchenschule gebaut, wurden die Gebäude seit 1949 als Erweiterte Oberschule und nun seit 20 Jahren als Gymnasium genutzt. So kann in diesem Jahr auf eine 100-jährige Geschichte zurück geblickt werden. Direkt an den Schulhof grenzen die Dittes-Mittelschule und Grundschule an.

 

Zwar sei das Haus 1994 bis 1998 saniert wurden, trotzdem wurde auf Schaffung von Räumlichkeiten wie einer Aula, einen Beratungsraum für Lehrer, einen ausreichenden Speiseraum und eine Bibliothek kein Augenmerk gelegt. Die Schulbaurichtlinie Sachsen sehe Flächen dafür nicht mehr vor. Ballmann möchte sich damit nicht zufrieden geben und setzt sich dabei sehr für sein Vorhaben ein. Bei der Stadt sei er bisher auf wenig Gegenliebe gestoßen, so in 20 bis 40 Jahren sei da bestimmt etwas zu machen hieß es. Selbst wollte er aktiv werden und kam dabei auf ein Projekt von Studenten der Westsächsischen Hochschule, die für die Stadt Werdau einen Ersatzneubau völlig kostenlos planten.

Im September 2009 kamen erste Kontakte zustande. Zwei Termine vor Ort ließen erste konkrete Gedanken zu. Professorin Dorothea Becker sieht dies als eine geeignete Aufgabe für das Sommersemester und einen architektonischen Appetitmacher für die zuständigen Institutionen. "Wir sind keine Konkurrenz zu ansässigen Unternehmen oder Architekturbüros. Unsere Studenten können lediglich die Idee abdecken, zeigen ob es realisierbar wäre und in welcher Form es vorstellbar ist. Keiner der Vorschläge wird, so wie im Entwurf dann tatsächlich realisiert", so die Dozentin. Unter dem Arbeitstitel ,,Schul-Zwischen-Raum" sahen sich kürzlich die zehn Studenten erstmals auf dem Schulgelände um.

 

Zur Disposition stehen dabei die von der Dittesschule genutzte alte Turnhalle sowie der jetzige Speiseraum, der sich direkt anschließt und eine Art Verbindung zwischen den Schulgebäuden schafft. Zehn verschiedene Lösungen werden sich in den nächsten Wochen entwickeln. Erstmal wurde ausgemessen, fotografiert, das Außengelände erkundet und sich ein genaues Bild von den Gebäuden verschafft. Danach ging es sofort an den Modellbau, um "anschaulich" arbeiten zu können. Bereits im Mai sollen die Pläne präsentiert und vorgestellt werden, denn nur ein halbes Semester bleibt den jungen Nachwuchsarchitekten, auf dem Weg zum Bachelor, Zeit.  S. Rössel