Nachwuchs bei Störchen im Vogtland

Weischlitz/Wallengrün - Vier Jungstörche in Weischlitz, zwei in Wallengrün bei Pausa: Es sieht gut aus mit dem Nachwuchs von Adebar im Vogtland. Im Nest auf dem Mast in der Weischlitzer Elsteraue wird es eng: "Es ist ein kleine Sensation. Vier Mal Nachwuchs gab es noch nie in Weischlitz, eigentlich im ganzen Vogtland nicht", sagt Vorsitzende der Plauener Ornithologen, Werner Limmer: Vier kleine Flauschknäuel zappeln zwischen den Füßen von Mama und Papa Storch.

,,Vorige Woche habe ich drei mit dem Fernglas erkannt. Eine Anwohnerin sagte mir jedoch, dass vier kleine Schnäbel nach Futter schnappen. Am Montagabend habe ich es mit eigenen Augen gesehen. Es sind vier", bestätigt Limmer. Es sei ganz normal, dass die Küken im Abstand von mehreren Tagen schlüpfen, denn auch die Eier werden nicht alle am gleichen Tag gelegt. Über Platzmangel macht sich der Ornithologe keine Gedanken. "Das werden sie schaffen, da bin ich mir sicher", ist der Ruderitzer überzeugt. Lediglich bei großer Kälte bestehe Gefahr für die Jungtiere. Noch vor wenigen Wochen hatten die Weischlitzer Bürger Zweifel, ob es überhaupt Nachwuchs in diesem Jahr gibt, denn lange war nur ein Storch zu sehen. Über das vierfache Glück ist die Freude nun umso größer und die Vorfreude steigt, dass in Kürze die Flugversuche starten.

Zwei Jungstörche leben im Horst auf der Esse der Wallengrüner Mühle. Das sagt Udo Schröder, Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Pausa. Er habe den Nachwuchs am Pfingstsamstag beobachtet. "Wahrscheinlich haben die Alttiere aber drei Junge aufgezogen", vermutet der Ranspacher und schildert die Beobachtung des NABU-Mitglieds Daniel Werner vom 1.Juni: "Da legten die Alttiere ein lebloses Tier auf dem Nestrand, das wurde aber unten nie gefunden." Wahrscheinlich haben es die Alttiere "entsorgt", vermutet Schröder.

Am 11. April waren die beiden, unberingten Weißstörche im Pausaer Ortsteil gemeinsam angekommen - ziemlich zeitig, was den Schluss laut Schröder nahelegt, dass die Störche "Ostzieher" sind und in Spanien oder Nordafrika überwintert haben. Die später und zu unterschiedlichen Zeiten eingetroffenen Störche von Weischlitz dürften laut Schröder Westzieher sein, die in Ost- oder sogar Südafrika überwintern.    sr/j. st.