Nachsitzen beim Schülerverkehr

Es muss nachgebessert werden bei den Fahrplänen zum Schulbusverkehr. Darin sind sich alle einig. Gefährliche Haltestellen, unrealistisch Abfahrts- und Ankunftszeiten, Grundschüler, die mehrfach umsteigen sollen, unnötig lange Schulwege durch Zusammenlegung von Busroute. Der Kreiselternrat nahm sich der Sache an und bat Dienstag zum konstruktiven Gespräch.

Von Marlies Dähn

Plauen - Schüler sicher zum Schulort zu transportieren ist Pflichtaufgabe des Vogtlandkreises. Eltern zahlen für diese Beförderung 120 Euro pro Schuljahr. Doch was läuft plötzlich schief mit der Schülerbeförderung?
Mit der Neustrukturierung des vogtländischen Verkehrsnetzes "Vogtlandnetz 2019+" kommt es nach den Herbstferien im Oktober 2019 zu umwälzenden Veränderungen auch im Schülerverkehr. Plus-, Takt-, Stadt-, RufBus und Vogtlandbahn sind neu zu koordinieren und an die Unterrichtszeiten der Schulen anzupassen. 
Mit der Schülerbeförderung im Vogtland ist der Zweckverband ÖPNV beauftragt. Am 31. Mai gingen die neuen Schülerfahrpläne online, eine Weller des Protestes kam ins rollen und die Arbeitsgruppe Verkehr des Kreiselternrates nahm sich der Sache an. Anfragen wurden gebündelt und weitergeleitet.
Landrat Rolf Keil regte daraufhin an, Hinweise an die jeweilige Schulleitung zu geben, da Schulleiter den Einzugsradius ihrer Schüler kennen und Anfragen gebündelt weitergeben. Möglicherweise auch an die Bürgermeister und natürlich an den Verkehrsverbund. 
"Sehr, sehr vorbildlich hat das Direktor Hildebrand vom Gymnasium Markneukirchen erledigt", bestätigt Dienstagabend auch Jens Uhlmann vom Kreiselternrat. Der Dorfstädter übernahm Dienstagabend die Gesprächsführung beim "Krisengespräch". Im Ampelsystem hatte er per Computer aufgelistet, wo es brenzlig ist (rot), wo Bedarf für Nachbesserungen besteht (gelb) und wo der Schülerfahrplan bereits im grünen Bereich liegt. 
Vertreter des Verkehrsverbundes Vogtland standen dazu Rede und Antwort. Zu vielen Punkten gab es noch keine verbindlichen Aussagen. Vieles werde erst noch überprüft. 
Erfolgversprechend protestiert hatten zum Beispiel die Steinberger. Elternrat, Schule und Gemeinde bündelten Anfragen, gaben Anregungen und so steht die Ampel bei Steinberg nun auf grün - Problem abgehakt. 
Lösungen konnten in Absprache mit Landrat Rolf Keil auch bereits für Adorf gefunden werden, Absprachen gab es zu Neumark. Besonders im Auge behalten wolle man Grundschulen. Unverständlich sei, warum der Schulbus in Eichigt nun über 400 Meter entfernt von der Grundschule halte. Dadurch müssen die Kinder unter großer Gefahr eine große Strecke auf der viel befahrenen Straße laufen.
Problematisch sei der Plan auch für den Aschberg in Klingenthal, Muldenhammer und Hammerbrücke
Seitens des VVV konnten in Sachen Eichigt am Dienstag noch keine Zusagen getroffen werden. Wer sich auf der Website des Verkehrsverbundes schlau mache, stoße möglicher Weise auf "Versorgungslücken", die es eigentlich nicht gibt. Denn vor allem im ländlichen Bereich kommen zusätzlich zu Bussen auch Taxis zum Einsatz, wenn die entlegenen Orte zum Beispiel nicht mit Bussen angefahren werden können oder die Schülerzahl gering ist. Allerdings sei der Taxi-Verkehr ein kostenintensiver Posten, den man möglichst sparsam einsetzen wolle. Man hoffe nicht, dass durch Elternproteste Taxi-Kinder im Hunderterbereich hinzu kommen. Als unzumutbar wurde kritisiert, dass Gymnasiasten dreimal umsteigen müssen,um zur Schule zu gelangen. Dafür sei eine Lösung in Sicht, habe Sebastian Eßbach vom ÖPNV mitteilen lassen. Er selbst war zur Dienstag-Runde nicht anwesend, dafür stand Michael Barth als neuer ÖPNV-Chef bereit. 
Auf der Suche nach Lösungen sei man für die Strecke Oelsnitz in Richtung Bobenneukirchen. Überhaupt müsse man vor allen bei Grundschülern auf einen sicheren Schulweg achten. "Es kann nicht sein, dass Grundschüler wegen des lange vor Unterrichtsbeginn ankommenden Busses vor der Schule im Regen stehen, bis der erste Lehrer eintrifft", merkten Elternvertreter an. 
Prüfen solle man Möglichkeiten von Schülerlotsen an kritischen Verkehrspunkten. Nachdem die kritisierten Punkte abgearbeitet waren, regte der Vorsitzende des Kreiselternrates, Rene Brückmann an, der VVV möge auf seiner Website kenntlich machen, welche der Problem gelöst sind, in Arbeit sind oder weiter bestehen. Auch regte Brückmann an, im Oktober, kurz vor dem Fahrplanwechsel, die Telefonauskunft beim Verkehrsverbund aufzustocken. Nun habe man gut zwei Monate Zeit, um anstehende Probleme abzuarbeiten. Er schlage vor, sich im September in dieser Runde nochmals zur Problematik zu verständigen, schlug Brückmann vor.