Nach Toronto nun Golfplatz-Manager an der Pöhl

Plauen - Der Plauener Christian Loge will für frischen Wind auf dem Golfplatz an der Talsperre Pöhl sorgen. Mit neuen Ideen und Aktionen will er die Bekanntheit und die Qualität des Platzes steigern.

 

Er hat Diplom-Sportwissenschaft in Jena studiert und absolvierte beim bayrischen Golfverband seine Golftrainerlizenz: Der 24-jährige Plauener Christian Loge. Neun Monate war er im kanadischen Toronto als Personal Trainer und Golf-Coach tätig. Jetzt kommt der junge Mann zurück ins Vogtland und wird Manager des Golfplatzes an der Talsperre Pöhl.

 Durch einen Kumpel sei Loge auf den Auslandsaufenthalt in Kanada gekommen. "Ich wollte das auf jeden Fall einmal machen und es hat sich gelohnt", sagte er dem Vogtland-Anzeiger im Gespräch. Gearbeitet hat der Golfexperte in einem renommierten Fitnessstudio in der Millionenmetropole. Hier machte der Plauener einen gewaltigen Karrieresprung. Denn zu seinen Kunden haben vor allem wohlhabende Firmen- und Hotelkettenbesitzer sowie Investmentfonds-Berater gehört.

 

Auch ein bekannter Fernsehmoderator und ein Multimillionär sei darunter gewesen. Alles Neuland für den Coach. Eine ungewohnte Situation und eine völlig neue Erfahrung sei es gewesen. "Das war glamourös teilweise." Den Preis von mindestens 85 Dollar (65 Euro) pro Trainingseinheit habe Loge aber dann doch im Kopf eher ausgeblendet. Zusammen Training habe er auch einmal mit dem kanadischen Tennis-Star Daniel Nestor gehabt. Besonders beeindruckt war Loge von der Offenheit und Freundlichkeit der Menschen.

 

Die typischen deutschen Tugenden würden in Kanada sehr geschätzt werden, meint der Plauener. In Toronto leben die unterschiedlichsten Nationen zusammen. Der Plauener hatte ein kleines Zimmer in einer Wohnung, die er sich mit sechs weiteren Bewohnern teilte. Diese kamen aus dem Irak, Iran, Israel Ungarn und Rumänien. Verständigungsprobleme habe es kaum gegeben und auch die Stimmung sei gut gewesen.

 

Gut zwölf feste Kunden hatte Loge in Toronto als Personal Trainer. Mit vielen konnte er in dieser Zeit ein persönliches Verhältnis aufbauen. Da ist zwischen den einzelnen Übungen auch schon mal über private Dinge gesprochen worden. "Es war sehr aufschlussreich. Ich habe da auch viel gelernt." In den neun Monaten sei Toronto wie eine zweite Heimat für den Vogtländer geworden, sagt er. "Die waren natürlich auch alle sehr traurig, als ich gegangen bin." Auch viel gesehen hat der Plauener. Da das Training immer Vormittag oder am späten Nachmittag war, hatte der 24-Jährige viel Zeit, sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen. Sehr beeindruckend sei vor allem der Abstecher nach New York gewesen. Hier will Loge so schnell wie möglich wieder hin, erzählt er.

 Seit Dezember ist er nun wieder in Plauen und seit gut einer Woche Manager und Golftrainer beim Golfclub an der Talsperre Pöhl. Vor vier Jahren ging er eine Mitgliedschaft ein. Die Ausschreibung einer Trainingsstelle sah Loge als Chance. Das er sich auch als Manager bewarb, kam im gut 150 Mitglieder starken Verein gut an. Er bekam den zuvor noch nie vergebenen Posten. "Sie gehen den Weg mit mir." Mit reichlich Ideen will der Coach den Platz weiter etablieren. "Ich sehe viel Potenzial." Geplant sei unter anderem eine größere Turnierserie aufzubauen. "Golf für alle", das neue Motto. "Bei uns soll niemand ausgegrenzt werden."

 

Jeden Samstag werden künftig auch Schnupperkurse angeboten. Hier kann jeder kostenlos Golfspielen und sich ausprobieren, verrät Loge einige der neuen Aktionen. Die obersten Ziele: Die Bekanntheit und die Qualität des Platzes erhöhen. Zunächst will sich der junge Vogtländer aber erst einmal auf Sponsorensuche begeben. In diesem Jahr feiert der Golfplatz sein zehnjähriges Bestehen im Deutschen Golfverband.