Nach den Ferien klingelt es woanders

Es ist soweit - die Dittes Grundschule Plauen verlässt das Haus in der Dittesstraße. Über 100 Jahre wurden hier Kinder eingeschult und erlernten das Lesen, Rechnen und Schreiben. Ab dem kommenden Schulhalbjahr werden die Gänge von den Ober- und Gymnasialschülern bevölkert, die "Kleinen" ziehen in das frisch sanierte Haus in der Seminarstraße 13.

Plauen - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht die amtierende Schulleiterin Antje Remus das Geschehen. Sie stand bereits 1974 mit der Zuckertüte im Arm im Eingang. Zehn Jahre hat sie hier die Schulbank gedrückt und ist nach dem Lehrerstudium gleich wieder zurückgekommen. "Ich bin mein halbes Leben in dieser Schule gewesen", berichtete sie nachdenklich. 
Aber jetzt schaut sie nach vorn. Gemeinsam mit den anderen Pädagogen, dem Hort und über 190 Schülern ist ab dem 4. März die neue Schule ihr Domizil. Seit Wochen werden Kartons gepackt, Bilder bruchsicher eingewickelt und hunderte Hefte und Bücher klassenweise verstaut. 
Seit vergangenem Freitag rollen die Umzugsfahrzeuge. Alles muss mit. Bänke, Stühle, Schränke und jede Menge moderne Technik werden verladen. Antje Remus ist erst seit diesem Schuljahr amtierende Schulleiterin. Ihr Vorgänger Thomas Melzer hat die ersten Umbauarbeiten begleitet. Gemeinsam haben sie darauf geachtet, dass alles so wird, wie es sich die Eltern gewünscht haben. "Jetzt ist alles geschafft, auch dank der Hartnäckigkeit unseres Elternrates." 
Die Dittes-Grundschüler würden die modernste Schule in Plauen erhalten und alles sei so gemacht worden, wie es Eltern und Lehrer gewünscht haben, freut sich Bürgermeister Steffen Zenner. Von der Stadt Plauen wurde eine neue Ampelanlage an der Trockentalstraße gebaut. In den Häusern Seminarstraße 13 und 15 haben alle Räume neue Farbe erhalten, die Unterrichtsräume wurden mit Schalldämmung versehen und auf jeder Etage sind Toiletten für Mädchen und Jungen eingebaut worden. Im Keller entstand ein komplett neuer Werkraum mit den modernsten Arbeitsmaterialien. Der Speiseraum musste ebenfalls neu ausgebaut werden. "Wir haben jetzt ein eigenes Schulobjekt", berichtete Antje Remus. Die Lage sei perfekt und es können zu den vorhandenen Kooperationen weitere hinzugefügt werden. Gespräche dazu werden noch aufgenommen. Die Unruhe durch die verschiedenen Klingelzeichen von Ober- und Grundschule gehören jetzt ebenfalls der Vergangenheit an. Die Grundschule kann jetzt den Unterrichtsrhythmus selbst gestalten.
In den kommenden zwei Ferienwochen haben die Lehrerinnen und Lehrer alle Hände voll zu tun, damit am 4. März alles fertig ist. Die Kinder werden dann 7.15 Uhr ihr neues Haus betreten und in die Klassenzimmer geführt. 
Der Hortbereich zieht teilweise in das benachbarte Haus B. Ein Teil der Hortkinder wird nach dem Unterricht in den Klassenzimmern bleiben.  Gabi Kertscher