Nach dem Brand kommen die Einbrecher

Die Bewohner eines Hauses an der Crinitzleithen in Auerbach sind doppelt gestraft: In der Silvesternacht raste eine Rakete in den Dachstuhl und löste ein Feuer aus. Und einen Tag später wurde in das Haus nun noch eingebrochen.

Auerbach - In der Silvesternacht kam es in Auerbach zu einem Hausbrand (wir berichteten). Eine Leuchtrakete durchschlug das Dachfenster eines bewohnten Hauses an der Crinitzleithen. Kurz nach Mitternacht erfolgte die Alarmierung. Wenige Minuten später waren der Kameraden aller Auerbacher Feuerwehren (Stadt Auerbach, Beerheide, Rebesgrün, Reumtengrün, Vogelsgrün) im Einsatz. "Wir absolvierten in der Nacht einen Großeinsatz. 80 Kameraden waren in den Stunden des Jahreswechsel voll gefordert", blickt Auerbachs Wehrleiter Gunter Heckel zurück. Nun wird das schlimme Feuer zum Thema einer Reportage im MDR-Fernsehen.
Gemeinsam mit Wehrleiter Gunter Heckel und seinem Stellvertreter Nico Voigtländer informierte sich MDR-Redakteur Gerald Gerber am Samstag über den aktuellen Stand in dem durch das Feuer völlig unbewohnbaren Wohnhaus an der Crinitzleithen. "Wir haben im Studio von der schlimmen Sache gehört und werden darüber berichten", so der TV-Journalist. Noch immer fassungslos sind die Bewohner des Hauses. In der Brandnacht wurde Familie Ficker unter Schock in die Klinik gebracht.
"Dort waren wir einige Stunden zur Kontrolle und sind dann zunächst bei Verwandten untergekommen. Mein Sohn, der mit seiner Frau die obere Etage nutzte, wohnt nun zunächst in einer Gästewohnung der Auerbacher Wohnbau. Oberbürgermeister Deckert hat uns dabei mit seinem Team unbürokratisch geholfen", berichtet Klaus Ficker. Positiv sei auch die erste Reaktion der Versicherung verlaufen. "Die übernehmen wohl den Schaden. Doch im Moment sehe ich kein Land. Das Feuer und die notwendigen Löscharbeiten haben zu viel zerstört."
Die Silvester-Rakete wurde von einem 19-Jährigen gezündet. Von der Straße aus flog das Geschoss nicht senkrecht in die Höhe, sondern ohne Mutwilligkeit durch ein geschlossenes Dachfenster. Sie zerschlug das Glas, die Leuchtkugeln zündeten im Dachgeschoss. Im Nu stand dort alles in Flammen. "Wir waren wenige Minuten später vor Ort. Der Dachboden brannte lichterloh. Etwa 800 Grad Celsius werden dort drin geherrscht haben", berichtete Einsatzleiter Nico Voigtländer dem Fernseh-Redakteur. Unmengen Löschwasser waren notwendig. Was das Feuer verschonte, vernichtete das Wasser. Vom Dach bis zum Keller ist in dem Haus alles durchnässt. Familie Ficker hat mit dem Ausräumen begonnen.
Doch nicht nur das Feuer machte den Geschädigten zu schaffen. Wenige Stunden nach den Löscharbeiten gab es in dem Haus einen Einbruch. Der oder die Täter zerschlugen ein Fenster, drangen in die Wohnräume ein, durchwühlten Schränke und zerstörten intakte Möbel. "Der Einbruch belastet uns zusätzlich enorm", so Klaus Ficker. Der TV-Bericht wird heute, 14 Uhr, innerhalb der MDR-Sendung "Wir um zwei" ausgestrahlt. Über die Mediathek ist er auch später noch abrufbereit.  Hagen Hartwig