Nach alter Handwerkersitte

Derzeit werkeln Rüdiger Schuch und seine Mannen an dem historischen Zentralbau auf der linken Seite des Haselbrunner Freibad-Ensembles und sanieren nach und nach die äußere Hülle, die Dächer und das Innere der Kabinen, Umkleiden und Sanitärgebäude in diesem wunderbaren Ensemble.

Von Ingo Eckardt

Plauen "In Berlin betrachtet man diese voll erhaltene Umkleidelandschaft mit den hölzernen Kabinen als national bedeutsames Ensemble und besonders erhaltenswert", erklärt Steffen Zenner, Bürgermeister für Sport und Kultur. Die ersten Kabinen wurden mit Denkmalmitteln des Freistaates Sachsen, der Bad-Gesellschaft und des Fördervereines Freibad Haselbrunn wieder hergestellt.
Das Bundesinnenministerium hat zudem vor Kurzem einen Förderbescheid über rund 1,7 Millionen Euro eines neu aufgelegten Förderprogrammes nach Plauen geschickt. Zehn Prozent kommunale Mittel werden zur Kofinanzierung durch die Spitzenstadt bereit gestellt, um die Sanierung des bundesweit einzigartigen historischen Umkleidekabinen-Ensembles zu ermöglichen. "Unser Dank gilt unserer vogtländischen Bundestagsabgeordneten Yvonne Magwas, die sich eingesetzt hat, um diese Förderung des Innenministeriums zu bekommen", freut sich Zenner. Es seien noch ein paar Modalitäten zu klären, bevor die Sanierung der weiteren Kabinen erfolgen wird. Im Rahmen der Sanierung wolle man auch auf Nachhaltigkeit setzen. Eigenes Wasser zum Auffüllen der Becken nutzen und eigenen Strom produzieren seien wichtig, um die künftigen Betriebskosten im Rahmen zu halten.
Die Umsetzung übernehmen die Firmen Holzbau und Sandstrahl-Center von Rüdiger Schuch aus Plauen. Die Auswahl erfolgte vor allem aus fachlichen Gründen, denn die Plauener Firma hat ein Pulverstrahlverfahren mit indischem Granit für das Ablösen der alten Lack- und Farbrückstände zum Einsatz gebracht, nachdem sich andere Verfahren als nicht ausreichend oder nicht schonend genug erwiesen. "Das ist so ein wenig eine Spezialität unserer Firma, das Holz sieht danach aus, als sei es erst ganz frisch eingebaut", lacht Rüdiger Schuch. Danach erfolgt dann die Versiegelung des Holzes mit einer hochwertigen speziell pigmentierten Lasur. Die Dächer werden mit einer Zinkblech-Eindeckung belegt. Alle Fenster und Türen wurden ausgebaut und werden in der Werkstatt aufgearbeitet, nach alter handwerklicher Sitte wieder in Originalzustand versetzt und mit einer schilfgrünen Lasur behandelt. "Wir haben im ganzen Ensemble jede Menge kleine Gitterfenster mit 146 einzelnen Glasscheiben ausgebaut und diese Fenster werden von uns nun instandgesetzt - so richtig mit Kitt und Glaserecken, wie man das früher gemacht hat", berichtet Schuch, dessen Mitarbeiter dann den Fensterrahmen und den 14 Türen auch noch eine schilfgrüne Farbe verpassen. Man habe im "Stadion" zumeist drei, vier Leute vor Ort, die eine hochwertige fachliche Arbeit leisten würden.