"Mut zur Wildheit"

In diesem Jahr nimmt Plauen am Wettbewerb um das Label "StadtGrün naturnah" teil. Im Quartier 30 gab es dazu eine Werkstatt mit Akteuren und Bürgern.

Von Frank Blenz

Plauen - "Schön, dass Plauen mitmacht", fand Werkstattbesucherin Alice Schubert, eine von zwei Dutzend Teilnehmern der Stadtverwaltung, verschiedener Vereine, der WbG, sowie interessierter Bürger im Wohngebietstreff Quartier 30. Bei der Vorstellung der Aktivitäten in der Spitzenstadt in Sachen Grün wurden die derzeit schon beachtlichen Maßnahmen deutlich. Plauen verfügt über viele Parks, die Umgebung ist geprägt von Wäldern und Wiesen, innerstädtisch wurden in den vergangenen Jahren viele Bäume und Pflanzen eingebracht. "Die Leute freut es, wenn, wie in Chrieschwitz, die Bepflanzungen schön und üppig ausfallen", so die Linken-Politikerin Alice Schubert. Zur Werkstatt wurde aber auch offenbar, dass in Sachen Grün mehr getan werden müsse. "Plauen ist sowieso grün", meinte Ulf Merkel - der Verantwortliche der Stadtverwaltung für Stadtgrün fügte in sein Fazit über den Bepflanzungszustand der Stadt das "aber" mit ein. "Wir haben noch eine Menge Luft nach oben. Es braucht Mut zur Wildheit. Dass wir eben nicht jede Wiese mähen und dass wir mehr Bäume pflanzen." Wenn ein Baum gepflanzt werde, richtet man sich bisher immer erst nach der Straße, den Parkplätzen, den Leitungen unter der Erde und, und, und. Es gelte, so der Experte, diese Reihenfolge zu ändern, eine andere Perspektive einzunehmen. Auch nicht zu vergessen sei, dass Pflanzungen und Pflege viel Geld und Mühe kosten. Allein ein Baum kostet um die 1000 Euro. "Wenn dann noch solche Probleme hinzukommen wie der Vandalismus in Parks, auf Spielplätzen - das macht es nicht einfacher", so Merkel. Ein weiterer Aspekt war das Thema Umweltschutz: Glyphosat, das bekannte und umstrittene Unkrautvernichtungsmittel. "Wir erproben seit einem Jahr Alternativen", so Merkel. Der Werkstatt voran wurde eine Exkursion gestellt. "Wir besuchten das Arboretum im Preißelpöhl. Das ist ein echtes grünes Kleinod, welches sich da entwickelt, befanden die Teilnehmer. Seit 2016 haben die Bürger die Möglichkeit, sich aktiv bei der Gestaltung mit Stadtgrün einzubringen. Sie verschönern ihr Wohnumfeld, pflegen Grünflächen, betreuen die Vogelvoliere im Stadtpark oder setzen sich in verschiedener Weise für die Natur ein. Möglichkeiten in Partnerschaft mit der Stadtverwaltung am Grün der Stadt mitzuwirken sind Pflanzkübelpatenschaften, Pflegepatenschaften, Teilnahme am Frühjahrsputz, die Schmetterlingswiesen- oder auch die Nistkastenbetreuung.