Musterstühle im Vogtlandtheater eingetroffen

Wer den Mut dafür aufbrachte, der konnte am Donnerstagabend zum fünften Sinfoniekonzert schon einmal Platz nehmen. Im Eingangsfoyer des Vogtlandtheaters standen sie neben der mittleren Eingangstür: die beiden Musterstühle für die neue Zuschauerbestuhlung im Vogtlandtheater. Solide sehen sie auf den ersten Blick aus, und bei der Farbe des Bezugsstoffes empfiehlt es sich wohl, die dunklere Variante zu wählen.

Am Vormittag gab es die offizielle Präsentation der beiden Musterstühle. Reinhard Berg, Geschäftsführer der Firma Stol, ein Unternehmen für Großraumbestuhlungen aus Porta Westfalica, stellte die zwei Sitzmöbel vor. In kritischen Augenschein wurden die Stühle genommen vom Generalintendanten Roland May, dem Technischen Direktor Andreas Krötzsch, Vertretern der Stadtverwaltung und der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie dem Stellvertreter und dem Vorsitzenden des Theaterfördervereins. Der Verein hatte erst am Samstag zur Ballettpremiere an das Theater die stolze Summe von 12 000 Euro übergeben, um damit die ersten 120 Stuhlpatenschaften mit jeweils 100 Euro mit zu finanzieren.

Das vorhandene Gestühl wurde Anfang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts durch die Firma Waldheim eingebaut. Damals ging es vorrangig um eine fest angebrachte Bestuhlung in Parkett und den Rängen. Übliche Abnutzung des Gestühls und Veranstaltungsformen im Theater, die einen ständigen Ausbau der Bestuhlung vor allem im Parkett nötig machten, führten dazu, eine Neuanschaffung ins Auge zu fassen. Wegen der neuen Nutzung des Zuschauerraumes ist geplant, im Parkett eine flexibel montierte Bestuhlung einzubauen, welche den komplett unproblematischen Ausbau möglich macht. Eine Demontage für besondere Anlässe soll auch im I. Rang möglich sein. Daneben steht das neue Zuschauergestühls im direkten Zusammenhang mit der Erneuerung des Parkettfußbodens und der Modernisierung der Lüftungsanlage.

Finanziert wird die Neubestuhlung vorwiegend durch den Kulturraum Vogtland-Zwickau und durch anteilige Finanzierung der Stadt Plauen, einem Eigenanteil des Theaters sowie der Spenden durch Stuhlpaten und den Theaterförderverein. Das Material, aus dem die Rahmen der Stühle gefertigt sind, nennt der Fachmann massives Multiplex-Formsperrholz in Eiche dunkel, bearbeitet durch eine farblose Lackierung in Hochglanz. Der Bezug der Rückenlehnen und Sitzflächen besteht aus Trevira und hat einen Scheuertourentest von mindestens 100 000 Touren hinter sich.

Die Besonderheit der Stühle besteht darin, dass immer ein Stuhlpaar mittels einer im Boden angebrachten Verschraubung unkompliziert und schnell ab- und aufgebaut werden kann. Neu ist, dass auf einem Messingschild am Stuhl die Nummerierung abgelesen werden kann. Andreas Krötzsch, der die aufwändige Ausschreibung für die Neubestuhlung verfasst hatte, informierte, dass nun die Stühle noch von einem Akustiker geprüft werden müssen. Wenn das Theater und der Denkmalschutz zustimmen, kann der Auftrag für die neue Zuschauerbestuhlung des Vogtlandtheaters erteilt werden. Der Einbau ist in der Sommerpause geplant und wird sich wohl bis Ende September hinziehen. Übrigens: Stuhlpatenschaften sind noch möglich.  M.B.