Musikalische Meister des Spagats

Felix Meyer und Erik Manouz begeistern ihr junges Publikum im Malzhaus. Mit dem 29. Konzert beenden sie ihre Tour "Landstraßenmusik".

Plauen - Es klingt wie ein Märchen: Menschen tun, was ihnen Spaß macht - und werden entdeckt. Im Falle von Felix Meyer und Erik Manouz ist die Straßenmusik seit der Schulzeit gemeinsame Passion. Die Auftritte in Fußgängerzonen erwiesen sich auch als probates Mittel, Reisen quer durch Europa zu finanzieren. "Das Geld hat gereicht, um zu tanken und gut zu essen. Geschlafen haben wir unter freiem Himmel", schwärmt Felix Meyer noch heute von dieser unbeschwerten Zeit.

Mit der Band "Project Île" wurde er von Produzent Peter Hoffmann in der Lüneburger Fußgängerzone entdeckt, der ihm, Erik Manouz, Olaf Niebuhr (Gitarre, Banjo, Gesang), Johannes Bigge (Akkordeon, Piano), Claudius Tölke (Kontrabass, Gesang) und Johannes Sens (Schlagzeug, Percussion) 2010 das erste Album "Von Engeln und Schweinen" ermöglichte.

Seitdem hat Felix Meyer jedes zweite Jahr ein Album herausgebracht ("Erste Liebe/letzter Tanz" und "Menschen des 21. Jahrhunderts"). Eine halbstündige Dokumentation in der ARTE-Reihe "Pflasterklänge" und die ersten Auszeichnungen, wie der Förderpreis der Liederbestenliste 2010, machten Felix Meyer und seine Band einem größeren Publikum bekannt.

Auch deshalb reichte der Platz der Kellerbühne in Plauen nicht mehr aus - das Konzert wurde kurzfristig in die Galerie verlegt. Ein adäquates Ambiente für das Duo: Felix Meyer und Erik Manouz haben ihre Bühne liebevoll dekoriert. Ein beleuchteter Globus, zwei Bilder und ein großer Wohnzimmerteppich sorgen für Wohlfühl-Atmosphäre.

Meyer und Manouz präsentieren eine gelungene Mischung aus alten und fünf brandneuen Liedern. Mit "Fasst Euch ein Herz" beginnt ein unvergesslich schöner Konzert-Abend. Der 39-jährige studierte Fotograf überzeugt vom ersten Ton an. Ausdrucksstark und intensiv singt Felix Meyer mit seiner distinktiven Stimme vor allem eigene Texte. Nachdenklich beschreibt und bleibt er klug dem Sinn des Lebens auf der Spur, meist melancholisch, aber nie ohne einen Hoffnungsschimmer.

"Kaffee ans Bett" kann schon fast als Klassiker gelten: "Es kann nicht jeder Tag sein wie ein Zirkusbesuch, Sensationen, Orchester, Magie. Wenn es heut' nicht so ist und dafür aber manchmal, dann ist manchmal viel öfter als nie." Wunderbar gelingen auch die wenigen Cover-Versionen, wie die Übersetzung von Francis Cabrels "La Corrida" oder ein mexikanisches Mariachi-Lied. Felix Meyer gelingt es, das Gefühl eines Auftritts in der Fußgängerzone auf die Bühne zu retten.

Er mag den Kontakt zu seinem Publikum und wirkt, als würde er den Applaus sehr bewusst genießen. Das ist ein intensives Geben und Nehmen. Erik Manouz ist wie eine One-Man-Band. Während er schwungvoll und mitreißend Gitarre spielt, sorgt er mit den Füßen am Cajón und am Sizzle Board für den richtigen Rhythmus und einen vollen Sound. Mit den Wirbeln der Gitarre schlägt er das Becken an.

Es ist mit sein Verdienst, dass der Abend die Balance hält zwischen Leichtigkeit und Schwere, schwungvollem Mittanzen und nachdenklichem Innehalten. Das Abschiedskonzert der Tour "Landstraßenmusik" bot auch einen Überraschungsgast. Prinz Chaos II. sang über den Revolutionär "Rudi Egelhofer" und seinen kürzlichen Afrika-Besuch in "Tansania! Tansania!". Alle Drei werden beim Paradiesvogelfest auf Schloss Weitersroda (28. bis 31. Mai) zu hören sein.