Musik und Bier: Das Leben ist zurück

Zurück zum Alltag: Gleich mit zwei Konzerten startet Reichenbach seine Kulturszene und ist für dieses Wochenende wohl die Stadt im Vogtland, in der kulturell richtig was los ist. Open-Air gerockt mit heimischen Bands wird im Stadtpark - und mit Stern-Meißen-Duo bei Uwe Treitinger im Biergarten des Bergkellers.

Reichenbach Bilder und Impressionen von gutgelaunten Leuten, ohne Maske, auf Bierbänken und in Konzertstimmung waren vor wenigen Tagen noch undenkbar. Dank des stark gesunkenen Inzidenz-Wertes sah am Wochenende die Welt im Vogtland wieder normaler aus. Viele Zuhörer strömten am Samstagnachmittag in den Stadtpark Reichenbach. Unter dem Motto "Philharmonic Rock - Maskenball" hatte Cheforganisator Jens Pfretzschner drei Live-Bands auf die Open-Air-Bühne geholt: "Sevenheat", "Supernova" und "Rockfonie".


Pünktlich zum Konzertbeginn zeigte sich das Wetter von seiner guten Seite. Die Sonne ließ den Vorplatz am Park-Pavillon vorsommerlich erstrahlen. Das Publikum nutzte die Bänke, genoss nicht nur die Musik, sondern auch die Freiluftgastronomie. "Alle ist bestens vorbereitet. Vielen Dank an alle freiwilligen Helfer", lobte Jens Pfretzschner. Überhaupt stand alles unter dem Thema "Ehrenamtlichkeit", denn das Dreifach-Konzert war kostenfrei, Spenden waren jedoch herzlich willkommen. "Wir haben alle eine große Sehnsucht nach Normalität. Nicht zu vergessen: ohne uns Künstler wird es still", betonte Pfretzschner. Los ging es mit "Sevenheat", diezur hoffentlich nun beendeten Zwangspause auch den passenden Song auf Lager hatte. "Laut werden", so der Titel wurde mit vogtländischen Musikern und Sängern eingespielt. "Wir haben mit dem Titel den Nagel auf den Kopf getroffen", so Nils Leicht, der Schlagzeuger der Band. Auch für "Supernova" war es das erste Konzert nach einer langen Pause. Die legendäre Band, einst hieß sie "Nova" und eine große Nummer im Göltzschtal, brachte mit Deep Purple, Toto und anderen Cover-Songs mächtig viel Stimmung unters Stadtpark-Publikum. Zum Konzert-Finale wurde es "…laut und fett! Alter, wir sind heiß!". So zumindest kündigte "Rockfonie" im Vorfeld seinen Part via Facebook an. Dies war nicht zu viel versprochen. Mit ihren perfekt gespielten Queen-Songs spielte sich die Truppe um Sänger und Keyboarder Jens Pfretzschner in die Publikums-Herzen.


Schon seit Wochen zählt Bergkeller-Wirt Uwe Treitinger die Tage mit den sinkenden Inzidenzen. Das große Ziel des Machers des Reichenbacher Artrock-Festivals: ein erstes Open-Air-Konzert im Biergarten vor seiner Kneipe. "Endlich gehts wieder los", sagt der stämmige Gastwirt und Konzertmacher froh zu seinen Gästen. Die 100 Plätze vorm Bergkeller reichen nicht, viele nehmen mit einem Stehplatz vorlieb, als die Stern-Meißen-Musiker Manuel Schmidt (Keyboard/Gesang seit 2012 bei Stern Meißen) und das Ex-Bandmitglied Marek Arnold (2010 - 2012/Saxophon) loslegen. Das Duo, das 2019 die Scheibe "Zeiten" miteinander herausbrachten, waren Treitings letzter Live-Act im Herbst 2020, bevor der Lockdown kam. Nun der Neubeginn. Konzertfreunde sahen einander beim Bier und guter Musik zwischen Rock, Jazz und Klassik endlich wieder. Nächstes Livekonzert am 12.06.2021 Monroe Projekt und 26.06.2021 Hugn Colbringer. Im Monat August kommt der legendäre und bekannteste Bluesspieler Jürgen Kerth. Sieben Konzerte sind für diesen Sommer gebongt - wenn Corona es will. Hagen Hartwig/Viola Unger-Bauer