Musik bringt Erfüllung

Musizieren ist eine innere Erfüllung, sagt Frauenkirchenkantor Matthias Grünert. Es bewege ihn sehr, dass die Frauenkirche in Dresden momentan komplett geschlossen ist. "Alles ist still und leer - ein fast gespenstisches Gefühl", so Grünert.

Bad Elster Frauenkirchenkantor Matthias Grünert aus Dresden eröffnete am Samstag mit der ersten Orgelvesper die Reihe der großen Kirchenmusiken im Sommerhalbjahr in der St. Trinitatiskirche. Zur Orgelvesper standen ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach auf dem Programm. So erklangen Praeludium und Fuge Es -Dur (BWV 552), die Partita über O Gott, du frommer Gott (BWV 767), die Canzona d-moll (BWV 588), das Concerto a-moll (BWV 593) und schließlich Piece d'orgue (BWV 572). Eingebettet war die Orgelvesper in einen Gottesdienst mit Lesung des Evangeliums, einem Wort zum Sonntag sowie Gebet und Segen. Möglich wurde der Gottesdienst nachdem am 4. Mai die neue sächsische Corona-Schutzverordnung in Kraft trat und damit der Freistaat Sachsen Gottesdienste ohne Personenbeschränkung wieder zulässt.
Besonders erfreut waren der Kirchenvorstand und der Förderverein Kirchenmusik, dass Frauenkirchenkantor Matthias Grünert auch unter den derzeit schwierigen Rahmenbedingungen bereit war, die Orgelvesper zu präsentieren. Im Vorfeld hatte unser Zeitung die Möglichkeit, den Frauenkirchenkantor zu fragen, wie er persönlich die schwierige Zeit erlebt. "Für einen Musiker ist das eine schwere Zeit und als ein freischaffender Musiker ist man doppelt betroffen wenn die Einnahmen ausbleiben", macht Matthis Grünert aufmerksam.
"Außerdem ist es wohl für jeden Musiker so, das das Musizieren eine innere Erfüllung ist.
Man kann sich unter den gegenwärtigen Umständen vielleicht in ein stilles Kämmerlein zurückziehen, aber das ist es nicht, denn für mich ist es eine Herzensangelegenheit für andere Menschen zu musizieren und ein Publikum zu erfreuen, das eben gerade fehlt", bedauert er. "Was mich auch sehr bewegt ist die Tatsache, dass die Frauenkirche in Dresden momentan komplett geschlossen ist. Alles ist still und leer - ein fast gespenstisches Gefühl, wenn man keine Menschen treffen kann. Und auch vor der Kirche auf dem Neumarkt und dem ganzen Umfeld ist alles wie ausgestorben", beschreibt der Frauenkirchenkantor.
"Zum Glück wird es in der nächsten Woche wieder eine ersten Gottesdienst in einem kleineren Format geben. Wie viele, so hoffe auch ich, dass wir bald wieder zu einem normalen Leben zurückkehren können", fügt er abschließend an. Matthias Grünert ist fast schon ein Stammgast im Kurort. Im vergangenen Jahr gastierte er insgesamt vier Mal zu großen Kirchemusiken in Bad Elster. Steffen Adler