Musicalkonzert in Nico Müllers guter Stube

Ein Streaming-Weihnachtskonzert aus der Schierker Feuerstein-Arena im Harz sollte es sein - nun wird es mit einem Wohnzimmerkonzert einige Nummern kleiner. Dafür um so gemütlicher. Dem Musikalstar Nico Müller können Fans in harten Lockdown-Zeiten nur via Internet in seiner guten Stube begegnen: Diesen Freitag, 19.30 Uhr.

Von Cornelia Henze

Klingenthal/Dresden Von 65 abgesagten Konzerten spricht der aus Klingenthal stammende Musicalsänger, seitdem Covid 19 auf dem Vormarsch ist und die ganze Kultur- und Kunstszene hinter den Vorhang verwiesen hat.
Der Auftritt an diesem Freitag in der Schirker Feuerstein Arena nahe bei Wernigerode - einem großen Eisstadion - dürfte nun Nummer 66 sein. Dabei wäre auch dieses kein richtiges, "normales" mit voll besetzten Publikumsrängen gewesen. Erstmals plante Arena-Veranstalter Vico Mulsow aus dem Stadion ein Weihnachtskonzert ins Internet zu übertragen, dem sich hätten auch die vogtländischen Fans zuschalten können.
Es sei geplant gewesen, eine Bühne aufzustellen, auf der neben Nico Müller seine Musicalpartnerin Maike Switzer und Müllers ehemaliger Gesangsschüler Richard Fuchs gestanden hätten. Am Montag nun die Absage der Location, die als öffetnliche Einrichtung auch in den Lockdown geht.
Nun also transportiert Nico Müller sein Repertoire aus der Welt des Musicals ins Wohnzimmer. Überraschen will er sein Publikum mit Weihnachtlichem crossover durch die Musikgenres sowie Songs aus dem eben aufgenommenen Album "Nico Müller - Musical 2". Wie fast jedes Jahr legt der Künstler auf Weihnachten ein Album vor. Nur diesmal gebe es dieses nicht physisch als CD. Auch in dieser Frage fällt der sonst den Künstler auf Tour als Merchandise-Artikel begleitenden Tonträger der außergewöhnlichen Corona-Lage zum Opfer. Zu hören sein wird das Album über Streamingdienste wie Spotifi - so hofft Müller, noch rechtzeitig vorm Fest.
Seit dem Frühjahr nun haben der Bariton und seine Kollegen auf fast keiner Bühne mehr gestanden. Ausnahmen waren das Autokonzert an der Göltzschtalbrücke unter Regie von Kraus Event und ein Openair-Konzert in seinem Heimatort Klingenthal. Ein Heimspiel. Und würde die künstlerische Zwangspause über Monat nicht schon genug Unglück bedeuten, erkrankte der Sänger unlängst an Covid 19. "Zum Glück ein leichterer Verlauf", verrät Müller.
"Frühestens 2022 sehe ich mich erst wieder auf der Bühne singen", sagt der Künstler, der bis dorthin den Kontakt zu seinem Publikum über Streamingkonzerte am Leben halten will. Auftakt soll diesen Freitag, 19.30 Uhr, das Wohnzimmerkonzert sein. Für das weihnachtliche Ambiente wird vorfristig der Baum im Wohnzimmer geschmückt. Einloggen kann sich ein jeder über des Künstlers Facebook-Seite "Nico Müller Offical Fanpage". Das Konzert ist kostenlos, jedoch verspricht der Künstler einem jeden, der einen Obolus auf seinem Paypal-Konto als Dankesgeste hinterlässt, einen "dicken virtuellen Knutscher".
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