Müllers Enthusiasmus reißt rund 50 Bürger mit

Samstag früh um 10 Uhr. Im Syratal tönt das brachiale Geräusch einer Kettensäge. Nahe dem Stadtpark steht auf dem Wanderweg oberhalb der Syra ein riesengroßer Container, in den fleißige Leutchen Äste und Gestrüpp legen, welches sie vorher vom nahen Hügel, einer Mischung aus Felsen und Wald, per Hand transportierten. Oben, zirka 50 Meter höher als der Weg, ackern fleißige Männer, Frauen und sogar begeisterte Kinder, um die zu recht gesägten Hölzer zum Container zu schaffen.

"Wir legen die Westmauer der alten Burg auf dem Dobenaufelsen frei", sagt Gert Müller vom Vogtländischen Bergknappenverein, der auch Plauens Unter-Tage-Welt, seine Keller und Gänge, aus dem Effeff kennt.

Tatsächlich ist nach einer Stunde Arbeit die gut erhaltene Steinmauer an der Hügelspitze zu bewundern. Der Anblick vermittelt dem Betrachter eine schöne Ahnung, wie es früher aussah, wie früher (vor etwa 900 Jahren) Leben auf diesem Berg stattgefunden haben muss. Die so genannte St. Wolfgang Kapelle war an dieser Stelle gestanden und Gert Müller schwärmt über die Szenerie: "1940 haben Archäologen auf dem Hügel beim Budeln Scherben gefunden, die nachweisen, dass hier schon vor dem 12. Jahrhundert eine Siedlung war." Mit dem nun freien Areal sei die Voraussetzung geschaffen, dass wieder Archäologen tätig werden und forschen können.

Bäumchen um Bäumchen, Ast für Ast wird von den emsigen Helfern zu Tal getragen. "Heute sind über 50 Bürger dabei, von Vereinen und Institutionen wie vom Förderverein des Freibades Haselbrunn, von den Bunker Freunden Sachsen, vom Theater, Jugendamt bis zu den Rotariern. Sogar Leute von auswärts helfen", freut sich Gert Müller, der selbst kräftig anpackt und die anderen Mitstreiter mit seinem Enthusiasmus mitreißt.

Der Pausierende gönnt sich den kurzen Gang auf das Plateau oberhalb der Westmauer, dort ist ihm ein Blick ins Syratal der Lohn für engagierte Arbeit. Nach dem Schaffen für ein schönes Ziel, den Dobenaufelsen als Naherholungsanlaufpunkt zu kultivieren, gibt es noch einen Imbiss nahe des früheren, vermutlichen Eingangsbereiches der uralten Burg. Ein Gulaschkessel ist aufgebaut, und für gescheite Trinkerei ist auch gesorgt. Prost! Bis zum nächsten Arbeitseinsatz.