Müllercafé - Viel Zuspruch in den ersten Tagen

Die Innenstadt Plauens hat mit den Jahren an gastronomischer Vielfalt gewonnen. Jetzt hat mit dem Müllercafe in der Marktstraße ein weiteres Kaffeehaus neben Adressen wie Cafe Trömel, Heimweh, Theatercafe, Börner oder Neideitel geöffnet, das in diesen Tagen der Premiere viel Zuspruch erfährt.

Plauen - Am Nachmittag füllt sich das Lokal. Junge Leute schlürfen im Garten Latte Macchiato, drinnen im Saal sitzen ältere Herrschaften und genießen das helle Ambiente. Das Müllercafé, schlicht im Namen, bezogen auf die gleichnamige Bäckerei und Konditorei, ist eine Mischung aus mehreren Komponenten. Vom Bäckerladen, Laden für selbstgemachte Pralinen, Espressobar, Kaffeehaus bis zur Freiluftlounge mit Sonnensegel gibt es je nach Publikum Grund zur Einkehr.

"Wir sind mit dem Start sehr zufrieden. Es ist sogar so, dass wir jetzt sehr viel Zulauf haben und das Kaffeegeschäft brummt", meint Kathrin Lange, die Dame an den Kaffeemaschinen, mit einem hoffnungsfrohen Blick a la möge das so Alltag bleiben. An einem zentralen Tisch haben vier alte Damen Platz genommen. Sie plauschen angeregt, genießen Kuchen, Kaffee, Eis. Sie staunen über das wechselnde Licht von den Ballonleuchten an der Decke, mal leicht rötlich, mal blau, kaum vernehmbar bei den Farbwechseln, angenehm allemal.

Hildegard Hofmann, eine waschechte Plauenerin, gerät gar ins Schwärmen und Loben. "Ach, endlich hat Plauen wieder mal was neues Schönes", sagt die Dame, die sich ganz schick angezogen hat, Kostüm, Schmuck und ein herrlicher Sommerhut. "Sie müssen wissen, ich werde bald 95, da genieße ich jeden Tag", erzählt sie, ihre Freundinnen nicken zustimmend. Der Nachmittag vergeht wie im Flug, die Damen tauschen sich aus, Hildegard Hofmann berichtet aus ihrem Leben.

"Plauen war früher sehr sehr schön. Dann nach den Bombardierungen kamen wir kaum durch die Stadt, mussten unseren Handwagen tragen und wurden evakuiert." Die ersten schlimmen Nächte mussten die Hofmanns auf einer Wiese nahe Großfriesen verbringen. Lang ist es her und froh ist sie, sagt die Plauenerin, dass wir leben und Plauen wieder nach und nach eine schöne Stadt werde. Zum neuen Müllercafé meint sie noch: "Ja, ich sage: Das wird mein Stammlokal." fb