Müller "rockt" seine Klingenthaler

Ein großartiges Heimspiel gab der aus Klingenthal stammende Sänger Nico Müller in der Rundkirche. Und gleich ein Konzert im Doppelpack. Beide waren bis zu den Emporenplätzen bestens gefüllt.

Von Helmut Schlangstedt

Klingenthal - Eine große Freude war auch für Bürgermeister Thomas Hennig das Wiedersehen mit dem Barition - wie für so viele Klingenthaler auch. Das Publikum als große Fangemeinde zu bezeichnen, ist dabei nicht übertrieben, denn schon nach dem ersten Lied, "Caruso" in der deutschen Fassung, donnerte der Applaus durch das Kirchenrund. Nach Vorstellung seines musikalischen Begleiters am Klavier, Manfred Knaak, ein musikalisches Universalgenie von Musikpädagoge bis Komponist, war Nico Müller auch schon wieder bei seinem Lieblingsmetier, dem Musical, bei dem er "Gib mir Kraft" aus "Bonifacius" sang. Natürlich hatte der Künstler auch diesmal musikalischen "Geleitschutz" dabei. Deren erste war die Musicaldarstellerin Rebecca Soumagné, seine Bühnenfrau in "Dracula", die eigens für seine zwei Konzerte aus der Steiermark angereist war, wo sie derzeit für "Dr. Shiwago" probt. "Sechsmal musste sie umsteigen, bis sie endlich in Klingenthal war!", meinte Nico Müller verschmitzt zu ihrer Begrüßung, und so war ihr Solo-Entree mit "Herz du klopfst so laut" irgendwie durchaus passend, bevor dann beide mit "The Prayer" von Andrea Bocelli und Celine Dion einen Super-Applaus einheimsten.
Zu Müllers Lieblingsspielchen gehört es, das Publikum musikalisch und sangesfreudig ins Programm einzubeziehen, was ihm immer wieder aufs vortrefflichste gelingt. Nach einer Lockerungsübung mit größter Heiterkeit im Publikum, bei dem die Männer "Nein" und die Frauen "Schwierig" singen mussten, gelang es ihm, die ganze Kirche vierstimmig den Kanon "Bruder Jakob" singen zu lassen, nachdem er als Verschnaufpause noch "Die Schöne und das Biest" aus einer Neuverfilmung vorgetragen hatte.
Zu Nico Müllers Gästen gehörte ein Musikensemble seiner Schüler aus der Musikfachschule Sulzbach-Rosenberg, die allein als Chor und gemeinsam mit ihm zeigten, was sie drauf haben.Unter anderem mit "I will talk and Hollywood will listen" von Robbie Williams. Und auch diesmal beendete der Sänger den ersten Teil mit einem musikalischen Gedenken an seinen vor Jahren verstorbenen Bruder: "Du hast gelebt."
Das Feuerwerk nach Noten setzte sich im zweiten Teil fort. Mit Miriam, einer Sängerin des Ensembles, sang er im Duett ein Liebeslied, bevor er als Gast Torsten Moll präsentierte, ebenfalls ein Musicaldarsteller, der früher Balletttänzer war und jetzt eine eigene Musicalschule und ein kleines Theater betreibt, in dem Nico schon in "Dracula" spielte. Von Torsten Moll hörte man "Ich bin was ich bin" aus "Ein Käfig voller Narren" und gemeinsam mit ihm "Was wichtig ist" von Udo Jürgens. Und schon war man bei einem weiteren Mitmach-Lied, der Geschichte vom Aschenbrödel, bei dem das Publikum sangeskräftig den Refrain "Brödel, Brödel, Aschenbrödel" anstimmte. "Die Männer stampfen jetzt zweimal mit dem Fuß und die Frauen klatschen einmal", so der Sänger, was sofort wunderbar klappte und den Original-Rhythmus für "We will rock you" von Queen vorgab, bei dem die ganze Kirche unaufgefordert den Refrain mitsang.
Nach weiteren Titeln mit Rebecca Soumagné und dem Ensemble war Müllers Dank fällig an die Stadt, insbesondere an Kulturmitarbeiterin Brigitte Förster, sowie die Kirche für die Organisation - bevor er kleine Geschenke an seine Gäste verteilte, wie etwa eine Maxi-Packung Gummibärchen an Torsten Moll oder eine Packung "Zündkerzen" für sein Ensemble als Betthupferl in der Jugendherberge. "Can you see the light" setzte vor der Zugabe den Schlusspunkt, wobei der  Applaus und die Standig Ovations für den Sänger fast schon nicht mehr verwunderten. Ist schließlich Nico Müller.