Mühltroff: Ohne Schule kein Förderverein

Trauriges Ende der mehr als 80-jährigen Geschichte der Mühltroffer (Grund)Schule: Im "Goldenen Löwen" Mühltroffs wurde vergangene Woche der letzte Akt des Schulfördervereins Mühltroff vollzogen: Seine Auflösung.

Vorsitzender Thomas Graap hatte die letzten Monate zusammenfassend geschildert, Schulleiterin Kerstin Eckstein ergänzte die Schilderung des langen Sterbens, das eine Folge ist von zu wenigen Schulkindern und der sächsischen Schulgesetzgebung. Bitter für den Verein, dass in Sachsen nun keine Schulen im ländlichen Raum mehr geschlossen werden sollen - unter Umständen mit dem Mittel des jahrgangsübergreifenden Unterrichts. Für Mühltroff kommt diese Feststellung zu spät.

Die Fügung in das Schicksal, den Verein ohne eine Schule auflösen zu müssen, war begleitet von erheblicher Kritik an Freistaat und Bildungsagentur, die eine frühzeitig mögliche Entscheidung über den Mitwirkungsentzug unbegründet lange hinaus gezögert hatten und damit die Eltern der Schüler und Einzuschulenden im Ungewissen hielten. Bedenklich ist auch die späte Information der Lehrkräfte, die erst kurz vor dem Ferienbeginn Informationen zu ihrem neuen Einsatz erhielten, und die Tatsache, dass sich das Schulamt für die technischen Kräfte an der Schule in keinster Weise verpflichtet sieht.

Für die Mitglieder ist das Ende eines mehrjährigen Kampfes eine bittere Erfahrung: Im nahen (thüringischen) Tanna wurde eine Schule gerade generalsaniert - in Mühltroff (Sachsen) schließt eine traditionsreiche Bildungsstätte. Nun ist die Sache besiegelt: Der Verein hat sich bei zwei Enthaltungen aufgelöst, das Vereinsvermögen (gut 200 Euro) nach Abzug der Gebühren für die Auflösung der Stadt treuhänderisch für Zwecke der Förderung der Kinder und Jugendlichen übergeben und Thomas Graap zu seinem Liquidator bestimmt, der nun entsprechend der vorgeschrieben Regelungen die letzten Schritte gehen wird, um den Verein in der Geschichte Mühltroffs verschwinden zu lassen. jpk