Mühlen beflügeln vogtländischen Tourismus

Besonders das zum wiederholten Male von der Weißmühle in Leubnitz durchgeführte Hoffest zieht Gäste an. Jürgen Witt, Hausherr von Mühle und Hof: "Langsam stößt die Sache an eine Grenze. Im Hof selbst haben wir für mehr als 250 Gäste eingedeckt. Die bleiben natürlich nicht die ganze Zeit bei uns und so haben wir bestimmt 800 oder 900 hungrige und durstige Kehlen zufrieden zu stellen.

Diese Einschätzung lassen die ausgeschenkten 500 Liter Bier durchaus zu. Das Fest ist wirklich der Höhepunkt des ganzen Jahres und kann nicht etwa drei oder vier Mal durchgeführt werden."

Dem stimmt auch der Großteil des Dutzends seiner Helfer zu, die den Service bewerkstelligen. Zusätzlich ist der Hofladen geöffnet gewesen, dem gegen Ende des Tages die hofeigenen Produkte beinahe ausgegangen waren. Zur guten Stimmung trug nicht zuletzt der Chef selbst gemeinsam mit Kai Frieden bei, die das Publikum mit ihrem Auftritt als "Herzilein" gleichsam zum Rasen brachten.

Die Klingenthaler Musikanten und Hof-DJ Peter Perner hatten Mühe die musikalische Stimmung aufrecht zu erhalten. Auch außerhalb des unterhaltsamen Teils fanden Besucher das Interessante der früheren Mühle schnell. Ein Zeulenrodaer und eingefleischter ehemaliger Restaurator der Rudolstädter Heidecksburg, Gottfried Betzel, fand: "Es ist nicht genug zu würdigen, wenn in der heutigen Zeit jemand etwas zur Erhaltung aus der Zeit der Altvorderen beiträgt. Ich bin erfreut zu sehen, wie hier in der Mühle liebevoll nicht mehr Verwendetes bewahrt ist."

Und die ihn begleitende Helga Wagner sagte: "Bisher haben wir die Thüringer Teilnehmer am Mühlentag besucht, aber das hat sich jetzt geändert. Und der Ausflug nach Sachsen hat sich mit der Teich- und der Weißmühle schon gelohnt. Mein Mann holt gerade das Auto und dann geht's zu viert zur Syrauer Windmühle."

Dort herrschte, wie schon durch das neue Mühlrad an der Teichmühle Leubnitz "beflügelt", bereits seit den Vormittagsstunden regelrechte Volksfeststimmung. Der Strom der Besucher riss nicht ab, Parkplätze fanden sich zeitweise in mehr als einem Kilometer Entfernung. Eine Schätzung der Besucherzahl war nach Heidrun Bauer, Chefin des Eigenbetriebes der Gemeinde Rosenbach, nicht möglich, weil viele der Besucher nur noch des Umfeldes wegen kamen und sich aus der Zahl der verkauften Eintrittskarten keine Aussage mehr ableiten lässt. "Aber so um die Tausend werden es mit Sicherheit wieder gewesen sein."