Mordkommission ermittelt gegen Würger in Trieb

Ein 50-jähriger Neuensalzer hat zwei Arbeitskolleginnen der Milchgut Triebtal in Trieb überfallen und gewürgt. Vor der Zwickauer Mordkommission hat er gestanden, dass er die Frauen töten wollte.

Falkenstein - Der Neuensalzer ist für die Polizei kein unbeschriebenes Blatt: 1991 hatte er bei einer Beziehungstat eine Frau zu Tode gewürgt und saß dafür im Gefängnis. Vor 17 Jahren fand er eine Arbeit als Melker in der Milchgut Triebtal KG im Falkensteiner Ortsteil Trieb. Und genau dort kam es am Dienstag zu einem erneuten gewalttätigen Übergriff des Mannes auf zwei seiner Arbeitskolleginnen, wie die Zwickauer Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen.

In der Nacht gegen 2.45 Uhr lauerte er maskiert einer 53-jährigen Kollegin auf, als diese von der Nachtschicht auf dem Nachhauseweg nach Trieb war. "Er versuchte sie zu würgen, doch die Frau wehrte sich heftig. Als es ihr gelang, dem Mann die Maske vom Kopf zu reißen und ihn mit Namen ansprach, ließ er von ihr ab und flüchtete", sagte auf Nachfrage Staatsanwältin Ines Leonhardt.

Doch schon knapp vier Stunden später hatte er sein nächstes Opfer im Visier. Maskiert stürzte er zu Beginn der Frühschicht 6.30 Uhr ins Büro der Milchgut, rannte auf die 41-Jährige, die am Computer saß zu und legte ihr mit den Worten "dumm gelaufen", seine massigen Hände um den Hals und würgte sie. In Todesangst versuchte die Frau alles zu greifen was ihr in die Hände kam und schlug damit auf den Angreifer ein. Mit einem Werkzeug traf sie ihn.

Als er von ihr abließ, flüchtete sie in die Toilette, schloss sich ein und rief per Handy ihren Mann um Hilfe. Mit massiven Würgemalen musste sie ins Krankenhaus gebracht werden. Laut Staatsanwältin habe sich der 50-Jährige nach der Tat freiwillig der Polizei gestellt und inzwischen gestanden, dass er die Frauen töten wollte. Am Mittwoch soll er dem Haftrichter vorgeführt werden. Zum Motiv des brutalen Angreifers könne noch nichts gesagt werden. Eine Sexualtat werde derzeit ausgeschlossen.

Völlig aufgelöst war noch am Abend der Chef der Milchgut, Ulrich Stöckel. Das 41-jährige Opfer ist seine Tochter Nicole. "Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn sie sich nicht so gewehrt hätte", sagte er. Schon am Morgen, als er im Betrieb von der Polizei vom ersten Angriff erfuhr, sei er erschüttert gewesen.

Der Überfall auf die Tochter habe ihn dann total geschockt. Der 50-Jährige sei in all den Jahren nicht straffällig geworden. "Aber er ist psychisch labil". Im Betrieb habe es mit ihm keine Auseinandersetzung in letzter Zeit gegeben. Der Mann habe vier Tage frei gehabt. "Wer weiß, was ihn da in den Kopf stieg", so Stöckel. Die Milchgut hat 25 Beschäftigte, ein Drittel davon Frauen.