Morden in der Spitzenstadt

In der Spitzenstadt geht‘s ganz schön rund: Morde, Entführungen und Co. Kriminalität mit allem, was dazugehört. Plauen ist ein heißes Pflaster - in den Krimis von Annette Krupka.

Von Mario Wild

Plauen Katherina "Kate" Schulz kann sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Wer ist "Kate"? Die Hauptprotagonistin - sprich die Ermittlerin - in den Krimis von Annette Krupka. Die 61-Jährige hat in den vergangenen rund zwei Jahren elf Kriminalromane geschrieben, die eines gemeinsam haben. Sie spielen alle in Plauen. Das ist kein Wunder, denn die Autorin "fühlt sich als Plauenerin durch und durch". Und das, obwohl sie sie mittlerweile seit 26 Jahren in Greiz wohnt. Die ersten 35 Lebensjahre hat die selbstständige Unternehmensberaterin im Gesundheitsbereich allerdings in Plauen verbracht. "Ich kenne sozusagen jede Ecke", sagt Krupka. Da lag es nahe, Geschichten und Tatorte in die Spitzenstadt zu verlegen. Verbrechensorte waren unter anderem die Syratalbrücke, "an der jemand baumelte, der sich nicht selber aufgehängt hat". Im Arboretum gab es eine Leiche, vom Kirchturm der Johanniskirche wurde jemand hinuntergestürzt". Im Preißelpöhl trieb der Nachfolger des "Würgers von Plauen" sein Unwesen und auch im Lutherpark wurde gemordet. Und, so weiter.
Wie gesagt der Ermittlerin ist mit Sicherheit nicht langweilig. Und auch deren Geschichte ist mehr als interessant und ungewöhnlich. Aus Plauen stammend wanderte sie in jungen Jahren in die USA aus, wird dort Ermittlerin beim FBI. Doch dann wird ihre Großmutter in Plauen ermordet. Kate kehrt zurück ins Vogtland, um den Fall aufzuklären - und bleibt (vorerst) für immer.
Wo kommen Annette Krupka die Ideen? "Beim morgendlichen Joggen. Das macht den Kopf frei" so die prompte Antwort. Ein Hobby, dass die 61-Jährige während der Corona-Pandemie für sich entdeckt hat.
Merkmal aller zehn bisher erschienen Titel - sie bestehen aus einen Wort. "Mit dem Titel geht es los, da weiß ich aber noch nicht, wer der Mörder ist", gibt die Autorin Einblicke in ihre Arbeitsweise. "Lebensborn", "Golem", Entführt", "Engelsflug", "Phobie" sind Beispiele. Krimi Nummer elf, der im Herbst erscheinen soll ,heißt "Phobie". "Druck beim Schreiben mache ich mir keinen", sagt Krupka, Auch wenn die eine oder andere Frage der "Fangemeinde" kommt, wenn denn der nächste Band erscheint.
Ist ein Ende der Serie in Sicht? "Nein. Ich habe Lust und Spaß am Schreiben und schon Ideen für weitere drei, vier, fünf Fälle, die natürlich auch in Plauen spielen werden", so die Hobby-Autorin.
Annette Krupka hat zudem auch ein Drehbuch für die Serie "Vogtlandcops" - produziert von Pieter Müller - geschrieben und in einem Fall auch eine kleine Rolle übernommen.
Erhältlich sind ihre Bücher unter anderem bei Thalia. War der Tunnel in der Plauener City schon einmal Schauplatz eines Verbrechens in ihren Krimis? "Vor der Stadt-Galerie wurde noch niemand kalt gemacht", sagt Krupka. Was nicht ist, kann ja noch werden.