Mordanklage nach Tod des kleinen Karsten

In den Vernehmungen hatten sie sich gegenseitig beschuldigt, nun müssen sowohl die Mutter als auch ihr neuer Lebensgefährte mit einem Prozess rechnen - wegen Mordes am zweijährigen Karsten.

 

Vier Monate nach dem Tod des Jungen in Plauen hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen die Mutter (31) und deren Lebensgefährten (36) erhoben. Das Kind war im Juli an den Folgen von brutalen Misshandlungen gestorben, die ihm der Mann zugefügt haben soll. Karsten erlitt eine tödliche Hirnverletzung. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Zwickau ist auch die Mutter des Mordes schuldig, weil sie nicht eingeschritten war. Das Landgericht Zwickau muss nun über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte der Mann den Zweijährigen an drei Tagen hintereinander gequält: Zunächst habe er Karsten stundenlang in kaltes Wasser gesetzt, an den Haaren umhergeschleudert und mit der Faust geschlagen. Am 13. Juli schließlich habe er den Jungen an den Füßen gepackt und kopfüber so heftig hin und her geschleudert, dass dessen Kopf auf den Boden und ans Bett prallte. Dabei erlitt Karsten ein Schütteltrauma, einen Tag später starb er. Die fortwährend anwesende Kindsmutter habe ihren neuen Lebensgefährten nicht von den Übergriffen abgehalten. Erst als es zu spät war, hatte sie den Notarzt gerufen. Vergeblich kämpften Ärzte in Jena um das Leben des Kindes, das mehrere Hämatome und eine Blutung unter der harten Hirnhaut erlitten hatte.

Zunächst hatte nur der 36-Jährige in U-Haft gesessen, bevor eine Woche später auch die Frau hinter Gitter musste. Beide sollen sich erst zwei Monate zuvor übers Internet kennen gelernt haben. Einen Monat vor der Tat kam der aus Gangelt in Nordrhein-Westfalen stammende Arbeitslose ins Vogtland und zog bei Mutter und Kind ein. Bei den Vernehmungen hatte sich das Paar gegenseitig beschuldigt, den Jungen brutal geschlagen zu haben.va