Mord an Heike Wunderlich: Bundesgerichtshof bestätigt Urteil

Die 18-jährige Heike Wunderlich aus Plauen wird 1987 vergewaltigt und ermordet. Erst Jahrzehnte später führt eine DNA-Spur zum Mörder. Aber wie ist so ein Täter zu verurteilen - nach dem damals geltenden DDR-Recht oder dem Recht der Bundesrepublik?

Leipzig/Plauen - Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an Heike Wunderlich zur DDR-Zeit ist ihr Mörder rechtskräftig verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf am Mittwoch die Revision des inzwischen 63-Jährigen aus Gera gegen seine Verurteilung zu lebenslanger Haft. Der 5. Strafsenat in Leipzig bestätigte ein Urteil des Landgerichts Zwickau als fehlerfrei.

Die Richter in Zwickau hatten voriges Jahr auch noch die besondere Schwere der Schuld festgestellt - und damit eine Kombination aus dem Mord-Paragrafen der DDR und bundesdeutschem Recht angewandt. Auch das sei zulässig, entschieden die Bundesrichter. Der Angeklagte hatte die damals 18 Jahre alte Heike Wunderlich im April 1987 im Voigtsgrüner Wald nahe Plauen brutal vergewaltigt und getötet. Sie war mit ihrem Moped auf dem Heimweg durch ein Waldstück gefahren.

Der Mann wohnte damals Luftlinie drei Kilometer entfernt. Erst nach fast 30 Jahren führte eine DNA-Spur zu ihm als Täter. Der Frührentner lebte inzwischen nicht mehr in Sachsen sondern in Gera. Die DNA fand sich an einem BH, mit dem der zum Tatzeitpunkt 32-Jährige sein Opfer erdrosselt hatte. Sein Verteidiger Andreas Bönisch hatte im Zwickauer Prozess einen Freispruch gefordert.

Es sei ungeklärt, wie die DNA an den BH gekommen sei. Zudem sei sein Mandant nach jahrelanger exzessiver Trinkerei und einem Schlaganfall so sehr gehandicapt, dass er nur noch mit Mimik und Gestik und einfachen Zwei-Wort-Sätzen kommuinizieren könne. Diesem Einwand folgten die Richter des 5. Strafsenats jedoch nicht. Einem Gutachten zufolge sei der Mann zwar gesundheitlich angeschlagen, die Grenze zur Verhandlungsfähigkeit sei jedoch nicht überschritten, erklärte der Vorsitzende Richter. va