Momo kocht kroatisch in Fachwerk

Rodewisch - Rodewischs Stadtkern wandelt sich von der Baustelle in neue, schöne Gestalt. Ein Puzzleteil ist dabei das Fachwerkhaus gleich unterhalb der St. Petrikirche. Um 1890 muss es Gesindehaus des benachbarten Hotel Rudolph gewesen sein. Auch die Pferde des im Zentrum gelegenen Hotels waren dort untergebracht. "Die Unterlagen, die ich fand, sind von 1890, aber ich glaube, das Haus ist viel älter", sagt Holger Liebold und weist auf ein bei den Bauarbeiten im Keller gefundenes attraktives Schiefergewölbe hin. Das eigne sich wohl besonders gut, um das Bier zu lagern und zu kühlen, denkt Liebold, der ursprünglich selbst aus der Gastronomie kommt, ganz praktisch. Diesmal aber tritt der Inhaber einer Versicherungsagentur und Chef des Rodewischer Gewerbevereins nicht als Gastronom in Erscheinung, vielmehr als Bauherr. Rund 430 000 Euro - inklusive Darlehen - hat der Rodewischer in Erhalt und Ausbau des Fachwerkgebäudes gesteckt. Aus der anfänglichen Idee, den Rodewischern wieder ein Café zu "schenken" wurde die vom kroatischen Restaurant. Leben sollte wieder in der Stadt sein und möglichst eine Gastronomie entstehen, die auch am Wochenende und am Abend länger auf hat. Und hier kommt Miodrag Djurdjevic ins Spiel. Seit 24 Jahren lebt Djurdjevic im Vogtland. Seine Mutter stammt aus Bosnien, der Vater aus Kroatien. Wenn er von "seinem" Land spricht, dann sei der richtige und schönste Namen Jugoslawien. Von dort hat "Momo", wie der heute in Schnarrtanne lebende Mann von Freunden und Kunden nur genannt wird, auch seine deftigen Fleischgerichte. Mit dem "Feuergrill" ist Momo ständig unterwegs: Für den Verein X grillt er Ferkel am Spieß, für das Familienfest Y brät der Ochs‘ an selbigem. Seinen mobilen Feuergrill verlegt Momo nun ab Juni oder Juli in sein neues Gasthaus. Samstags plant Momo zusätzlich zu den Gerichten auf der Tageskarte (maximal 8 Gerichte) den Grill im Außengelände aufzustellen. Lamm, Rind, Spanferkel sollen dort abwechselnd garen - ebenso stehen die auch in Deutschland schon bekannten Cevapcici auf der Speisekarte. "Fleisch, das ist meine Spezialität", sagt der kernige Kroate, der auch Gemüsiges und Kinderspeisen verspricht. Noch sieht es in dem 140 Quadratmeter großen Gastraum aus wie auf der Baustelle. Im Obergeschoss befinden sich Momos Büro, eine Ferienwohnung und eine kleinere für Personal. Im Gastraum, zu dem ein kleinerer Raum für Vereine und Familienfeiern gehört, sollen bis zu 80 Leute Platz finden, draußen auf der Holzterrasse - die wird noch gebaut - etwa 45. Vom Biergarten blicken die Gäste direkt auf den neu gestalteten oberen Postplatz und von dort auf den eigentlichen Postplatz. Auf letzterem stehen noch die Baugeräte. "Das wird alles richtig schön", sagt Momo und meint sowohl das Interieur im Gastraum als auch der schöne Blick ins Stadtzentrum. Holger Liebold weiß, dass das mit Momo als Wirt gut wird. Wäre da ein Pächter in Schlips und Anzug gestanden, er hätte diesem den Zuschlag nicht gegeben. "Ich will ja kein Drei-Jahresgeschäft und dann das Gasthaus wieder zuschließen. Ich will den Momo dort ein Leben lang sehen", so seine Devise. Momo wird kochen, aber er wird auch noch einen Koch und zwei, drei Leute fürs Restaurant einstellen. Wie das Gasthaus heißen wird, davon hat Momo schon eine leise Ahnung: "Irgend was mit Konoba" - was auf serbokroatisch so viel wie Oase heißt.

Von Cornelia Henze

 

Rodewisch - Rodewischs Stadtkern wandelt sich von der Baustelle in neue, schöne Gestalt. Ein Puzzleteil ist dabei das Fachwerkhaus gleich unterhalb der St. Petrikirche. Um 1890 muss es Gesindehaus des benachbarten Hotel Rudolph gewesen sein. Auch die Pferde des im Zentrum gelegenen Hotels waren dort untergebracht. "Die Unterlagen, die ich fand, sind von 1890, aber ich glaube, das Haus ist viel älter", sagt Holger Liebold und weist auf ein bei den Bauarbeiten im Keller gefundenes attraktives Schiefergewölbe hin. Das eigne sich wohl besonders gut, um das Bier zu lagern und zu kühlen, denkt Liebold, der ursprünglich selbst aus der Gastronomie kommt, ganz praktisch. Diesmal aber tritt der Inhaber einer Versicherungsagentur und Chef des Rodewischer Gewerbevereins nicht als Gastronom in Erscheinung, vielmehr als Bauherr.
Rund 430 000 Euro - inklusive Darlehen - hat der Rodewischer in Erhalt und Ausbau des Fachwerkgebäudes gesteckt. Aus der anfänglichen Idee, den Rodewischern wieder ein Café zu "schenken" wurde die vom kroatischen Restaurant. Leben sollte wieder in der Stadt sein und möglichst eine Gastronomie entstehen, die auch am Wochenende und am Abend länger auf hat. Und hier kommt Miodrag Djurdjevic ins Spiel. Seit 24 Jahren lebt Djurdjevic im Vogtland. Seine Mutter stammt aus Bosnien, der Vater aus Kroatien. Wenn er von "seinem" Land spricht, dann sei der richtige und schönste Namen Jugoslawien. Von dort hat "Momo", wie der heute in Schnarrtanne lebende Mann von Freunden und Kunden nur genannt wird, auch seine deftigen Fleischgerichte. Mit dem "Feuergrill" ist Momo ständig unterwegs: Für den Verein X grillt er Ferkel am Spieß, für das Familienfest Y brät der Ochs‘ an selbigem. Seinen mobilen Feuergrill verlegt Momo nun ab Juni oder Juli in sein neues Gasthaus. 
Samstags plant Momo zusätzlich zu den Gerichten auf der Tageskarte (maximal 8 Gerichte) den Grill im Außengelände aufzustellen. Lamm, Rind, Spanferkel sollen dort abwechselnd garen - ebenso stehen die auch in Deutschland schon bekannten Cevapcici auf der Speisekarte. "Fleisch, das ist meine Spezialität", sagt der kernige Kroate, der auch Gemüsiges und Kinderspeisen verspricht.
Noch sieht es in dem 140 Quadratmeter großen Gastraum aus wie auf der Baustelle. Im Obergeschoss befinden sich Momos Büro, eine Ferienwohnung und eine kleinere für Personal. Im Gastraum, zu dem ein kleinerer Raum für Vereine und Familienfeiern gehört, sollen bis zu 80 Leute Platz finden, draußen auf der Holzterrasse - die wird noch gebaut - etwa 45. Vom Biergarten blicken die Gäste direkt auf den neu gestalteten oberen Postplatz und von dort auf den eigentlichen Postplatz. Auf letzterem stehen noch die Baugeräte. "Das wird alles richtig schön", sagt Momo und meint sowohl das Interieur im Gastraum als auch der schöne Blick ins Stadtzentrum. 
Holger Liebold weiß, dass das mit Momo als Wirt gut wird. Wäre da ein Pächter in Schlips und Anzug gestanden, er hätte diesem den Zuschlag nicht gegeben. "Ich will ja kein Drei-Jahresgeschäft und dann das Gasthaus wieder zuschließen. Ich will den Momo dort ein Leben lang sehen", so seine Devise. Momo wird kochen, aber er wird auch noch einen Koch und zwei, drei Leute fürs Restaurant einstellen. Wie das Gasthaus heißen wird, davon hat Momo schon eine leise Ahnung: "Irgend was mit Konoba" - was auf serbokroatisch so viel wie Oase heißt.