Möge alles so bleiben wie es ist

 

Plauen - "Mein größter Geburtstagswunsch ist, dass alles so bleibt wie es ist. Die Weberhäuser sollen in sich verbunden und erhalten bleiben, vielleicht auch eine Art Museum werden. Auch wenn ich mal nicht mehr täglich hier sein kann - dafür kämpfe ich mit ganzer Kraft", sagt Margitta Schier, die an diesem Samstag ihren 60. Geburtstag feiert.

Am 20. Februar 1950 wurde sie in Chemnitz geboren. Ein paar Jahre später übernahmen die Eltern vom Onkel einen Handstickereibetrieb. Ab ihrem sechsten Lebensjahr wohnte sie deshalb in Jößnitz, wo auch heute noch ihr zu Hause ist.

Mit ihrem Mann Uwe hat Margitta Schier vier erwachsene Kinder. Während drei außerhalb des Vogtlands leben, hat einen der Söhne der Lebensweg nach China geführt. "Auf meinen Mann bin ich sehr stolz. Er ist immer für mich da und unterstützt mich ganz toll", strahlt Schier.

Mit einem Keramikzirkel in Jößnitz habe sich irgendwann der Weg in die Weberhäuser geebnet. In einem Gespräch mit dem Eigentümer entwickelte sich eine bis dahin "unwirkliche" Idee. Je länger sie darüber nachdachte, umso mehr fand sie Gefallen daran, kreatives Leben in die Gebäude am Mühlgraben zu bringen. Das bereitet ihr aber im Moment Sorgen. Für ein Haus gibt es eine bauliche Nutzungsuntersagung, weil bestimmte Auflagen nicht erfüllt seien. Mit Hilfe von Sponsorleistungen und Geldspenden soll nun Abhilfe geschaffen werden, um alle Räume wieder nutzen zu können. Diesen Kampfgeist hat sie besonders nach schwerer Krankheit entwickelt. Sie habe erkannt was ihr wichtig ist und behält genau das im Auge.

 

In den kleinen Häuschen fühle sie sich unglaublich wohl. ,,Hier gehöre ich hin und am liebsten würde ich sogar hier wohnen", sagt sie. Die Plauener wissen um das Engagement der vielen als "Hexe", mit Besen und Korb auf dem Rücken, bekannten Frau mit den roten Haaren. Kinder finden es toll, ihren Geburtstag mit ihr zu feiern und aus Tonbrocken etwas zu formen. "Eigentlich sollte es irgendwann mal so sein, dass alle Angebote kostenlos genutzt werden können, denn nur so ist es möglich, allen Kindern eine Chance zum Teilnehmen zu geben." Um dieses Stückchen Plauen am Leben zu erhalten hofft Margitta Schier auch weiterhin auf die Unterstützung durch die Stadt. Sollte alles in private Hände gelangen könnt alles Stück für Stück zerbröseln. sr