Modespitze erfindet sich neu

Die Mitte der 90er Jahre an einem Tiefpunkt angekommene Plauener Spitze befindet sich seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch.

Von Gabi Kertscher 

Plauen Darüber informierte sich gestern Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Der Geschäftsführer der Modespitze Plauen GmbH, Andreas Reinhardt, erklärte in den Produktionshallen in der Jocketaer Straße, mit welchen Problemen die Branche zu kämpfen hat. Da seien nicht nur die gesunkenen Preise, der Onlinehandel mache ihnen ebenfalls zu schaffen. "Große Versender wie Amazon bestimmen die Preise."
Seit zehn Jahren gibt es in der Spitzenstadt Bemühungen, die textilen Ausbildungsberufe nach Plauen zu holen. Mit dem Beruflichen Bildungszentrum e.o.plauen habe man hervorragende Partner. Er sprach auch von den finanziellen Schwierigkeiten, "dieses textile Pflänzchen in Westsachsen zu pflegen".
Es fehle an einem Technikum, um Arbeitnehmer an die neuen Techniken heranzuführen, aber auch an Unterkünften für Auszubildende. CDU-Landtagsmitglied Frank Heidan kennt diese Probleme und teilte mit, dass es Gespräche mit der Wohnungsbaugesellschaft gebe, eventuelle Leerstände für derartige Unterkünfte zu nutzen.
Im derzeitigen 100. Bauhaus-Jubiläum habe die Modespitze Plauen in ihren Musterbüchern historische Vorlagen gefunden. Diese Bauhaus-Muster wurden digitalisiert. Der Geschäftsführer des traditionsreichen Spitzenunternehmens erklärte: "Auch ein traditionelles Manufakturhandwerk muss sich stets hinterfragen und erneuern."
Die Modespitze Plauen GmbH ist Zulieferer für die Modeindustrie, fertigt Heimtextilien und produziert in klassischer Handarbeit. Dabei werden synthetische Materialen verwendet. Immer öfter auch Biotextilien, die einen besonders hohen Aufwand verlangen.
Die jährliche Zertifikation ist da nur ein Teil der Überprüfungen. Man versuche mit neuen Programmen sogenannte "Nischen" zu füllen und habe dabei auch Erfolg, ließ Andres Reinhardt wissen.