Modernes Gesicht für alte Sporthalle

Das Aschenputtel unter den Sporthallen in Plauen an der Stresemannstraße 81, wird energetisch saniert und erhält ein junges Gesicht. Baukosten: 2,27 Millionen Euro. Innenminister Markus Ulbig übergab am Mittwoch den Förderbescheid von 900 000 Euro.

Plauen - Mächtig eingefahren ist die Kegel-Rinne auf der alten Anlage in der Sporthalle Stresemannstraße. "Da rollt die Kugel schön gleichmäßig ins Ziel", lachen die anwesenden Vereins-Sportler. Nach der Sanierung werden auf einer 4-Bahnen-Kegelanlage Wettkämpfe ausgetragen. "Die Dorf-Bürgermeister haben ihre Anlagen schon längst wettkampfmäßig umgerüstet", erklärt Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer auf dem alten Parkett der in die Jahre gekommenen Halle. Hier, in der Plauener Sporthalle war einst auch Landtagsabgeordneter Frank Heidan als Berufsschüler sportlich unterwegs, wie er sich freudig erinnerte.

Nun soll die alte Dame total umgekrempelt werden für gut 2,27 Millionen Euro. Damit die Stadt den Kraftakt stemmen kann, reichte Innenminister Markus Ulbig am Mittwoch knapp 900 000 Euro Fördermittel weiter. Wärmedämmende Fassade, neue Fenster, Aufdachdämmung und Sonnenschutz sind vorgesehen. Innen wird eine Prallwand vor die massiven Wände gesetzt, ein flächenelastischer Sportboden samt ballwurfsicherer, schallhemmender Unterdecke wird eingebaut. Das alte Parkett verschwindet. Laut Planung wird der zweigeschossige Anbau samt Zwischenbau an der Süd-Ost-Fassade zum ehemaligen BSZ abgerissen.

Das Obergeschoss wird zum Teil abgerissen. Das Erdgeschoss des zweigeschossigen Anbaus an der Nord-Ost- Fassade, zum neuen, hinter dem Gebäude liegenden Parkplatz hin (mit 36 Parkplätzen) wird entkernt. Errichtet wird ein zweigeschossiger Ersatz-Neubau, der sich wie ein Riegel in den bestehenden Bau schiebt. Dieser Umbau wird nötig, um die 4-Bahnen-Kegelanlage im neu zu bauenden Obergeschoss zu integrieren. Die alte Kegelbahn befindet sich derzeit im Erdgeschoss und wird im Zuge der Sanierung rückgebaut. Neu angeordnet werden im Erdgeschoss neue Sozialräume.

Bereits im alten Zustand werde die Halle zu 80 Prozent ausgelastet, erklärte Plauen Oberbürgermeister. "Von morgens 9 Uhr bis 21.45 Uhr ist die Halle täglich belegt", so der Rathauschef. Unter den sieben Sportvereinen, die die Halle nutzen, ist auch die SG Jößnitz mit immerhin 833 Mitgliedern, wie Vereinschef Marcel Singer dem Innenminister erklärte. Sorgen macht sich hingegen Peter Morgner von den Ringern. Die Ringer haben sich mit einem Kraftraum in der alten Sporthalle gut eingerichtet. Der Raum fällt jedoch im Zuge der Sanierung weg. Er wolle frühestmöglich Bescheid wissen, wann die Ringer ihre Sachen ausräumen sollen, wandte sich Morgner am Mittwoch daher an Axel Markert vom GAV (Gebäude- und Anlagenverwaltung der Stadt Plauen).

Der konnte noch keinen konkreten Termin nennen. Als geplante Bauzeit habe man zwar das erste bis vierten Quartal 2014 ins Auge gefasst, so Markert. Den genauen Bauablauf müsse man nun jedoch erstmal erarbeiten. Zudem beschreitet die Stadt den Plauener Weg, was Ausschreibungen betrifft. Hiernach sollen vorrangig einheimische Bieter zum Zuge kommen. Den vielen Nutzern der Halle kann es nun nicht schnell genug gehen, auch wenn das für die Sportler bedeutete, vorübergehend auf andere Sporthallen auszuweichen.