Moderne trifft Retro-Stil

Die Wartehalle des Oberen Bahnhofs wurde für Reisende verschönert. Auf den beiden oberen Etagen scheint die Zeit stehen geblieben. Die Deutsche Bahn investiert und möchte das Gebäude noch ganz anders wiederbeleben.

Von Stephanie Rössel

Plauen 100.000 Euro haben Bund und Bahn durch das "Sofortprogramm Bahnhöfe" in den Oberen Bahnhof investieren können. Rund 90 Bahnhöfe konnten in Sachsen von dem Programm profitieren - so auch Plauen.
Der größte Anteil wurde für die Gestaltung der Wartehalle genutzt. Sitzgelegenheiten aus Holz, im skandinavischen Stil und Grünpflanzen sollen für mehr Wohlfühlatmosphäre sorgen. Dazwischen stehen "Vater und Sohn"-Skulpturen, mit Schaffnermütze und Abfahrtskeller. Diese wurden im Vorfeld streng nach den Brandschutzvorgaben der Deutschen Bahn behandelt und dann erst bemalt. Derzeit werden die vorhandenen Aluminiumtüren sowie alte Fenster gegen energieeffiziente Elemente ausgetauscht. Außerdem wurden Maßnahmen gegen die starke Verschmutzung durch Tauben ergriffen, die kostenintensiv seien. Weitere Verschönerungen durch Farbanstriche seien geplant.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. "Wenn Sie mal ein baugleichen Bahnhof sehen wollen, dann fahren Sie mal nach Cottbus", sagt Ute Stuhr, Leiterin des Bahnhofsmanagements Chemnitz und damit zuständig für Plauen. "Die Investition war wichtig um den Bahnhof für Reisende freundlicher zu gestalten. Doch das soll nur der Anfang sein. Gemeinsam mit der Stadt und anderen Interessierten, wollen wir dem Gebäude wieder mehr Leben einhauchen, nicht zuletzt um seiner Bedeutung als vogtländischen Verkehrsknotenpunkt gerecht zu werden", sagt sie.


Mehrfach sei sie mit dem Oberbürgermeister, Steffen Zenner, bereits in den oberen Etagen unterwegs gewesen. Mit dabei auch potenzielle Investoren. Zwar sei in den Räumen die Zeit stehen geblieben, doch grundsätzlich befindet sich dort jede Menge Platz für Veranstaltungen und Vermietungen. Unzählige kleine Räume könnten beispielsweise an Künstler vermietet werden. Der ehemalige Intershop wäre eine geeignete Lokalität für Ausstellungen und im ehemaligen Kultursaal könnten wieder entsprechende Aufführungen oder Konzerte stattfinden. Sogar einen Filmvorführraum gibt es. Retro ist wieder modern und dort in allen Variationen zu finden. Sogar die alten Sanitäranlagen sind gut erhalten.
Ute Stuhr will sich als erstes darum kümmern, dass auf den Etagen wieder Wasser und Stromversorgung anliegt. Die sei nämlich schon lange gekappt. "In einigen Bereichen könnte man einfach mal mit dem Besen durchgehen und schon wären die Räume nutzbar. Grundsätzlich muss natürlich auch investiert werden. Wir hoffen, dass sich Interessenten finden, die das Potenzial erkennen und das alles gemeinsam mit uns in die Tat umsetzen", wünscht sich Stuhr und weist noch auf das Bahnhofsfest im kommenden Jahr hin, bei dem sie sich vorstellen könnte, dass verschiedene Bereiche schon einbezogen und genutzt werden, beispielweise als riesige Malstraße für Kinder.