Modehaus Wöhrl kämpft gegen drohende Insolvenz

Fehler des Managements und ein schwieriger Markt haben das Unternehmen in Schieflage gebracht. Was wird nun aus den 2000 Mitarbeitern und den 34 Filialen?

Nürnberg/Plauen - Mit einer Sanierung in Eigenregie will das Modehaus Rudolf Wöhrl eine drohende Insolvenz verhindern. Das Nürnberger Textilhandelsunternehmen mit knapp 2.000 Mitarbeitern leitete dafür ein sogenanntes Schutzschirmverfahren ein. "Ziel ist es, die Wöhrl Gruppe als Ganzes zu erhalten und nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen", teilte die Rudolf Wöhrl AG am Dienstag mit.

Dafür sucht die Eigentümerfamilie einen Investor. Zwischen sechs und zehn der 34 Filialen in Süd- und Ostdeutschland müssen nach Angaben des neuen Restrukturierungsvorstands Christian Gerloff geschlossen werden. Welche dies sein werden, und wie viele Mitarbeiter betroffen sind, sei noch unklar. In der Region betreibt Wöhrl Filialen in Plauen, Hof, Amberg, Bamberg, Bayreuth, Coburg und Weiden.

Das Unternehmen hat nun drei Monate Zeit für einen Sanierungsplan. Dem müssen die Gläubiger dann zustimmen. Mehrere Faktoren hätten zu den Problemen geführt, sagte Gerloff: das schwierige Marktumfeld in der Modebranche, die Konkurrenz durch den Online-Handel und auch "Managementfehler". Damit meinte er die Übernahme von SinnLeffers im Jahr 2013.

"Das ist in vielen Branchen der richtige Ansatz, durch Größe zu wachsen, um am Markt zu bestehen", sagte Gerloff. Seiner Meinung nach gebe es in der Mode- Branche jedoch eine entgegengesetzte Entwicklung: "Alle Großen haben Probleme." Nur die kleineren Anbieter, die "vor Ort verankert sind, ihre Kundschaft und den Bedarf kennen", überlebten.

Für das Geschäftsjahr 2015/2016 erwartet der Vorstand einen weiteren Rückgang des Konzernumsatzes von 316 Millionen auf rund 300 Millionen Euro. Das operative Geschäft an den 34 Standorten der Gruppe soll zunächst ohne Einschränkungen weiterlaufen. va