Mobile Rampen aus Legosteinen

Bunte Rampen aus Legosteinen könnten schon bald in Plauen auftauchen - und das nicht aus Spaß an der Freude. Sie sollen dabei helfen, Barrieren zu überwinden.

Von Mario Wild

Plauen wird bunter. "Schuld" sind Legosteine, an denen (vor allem) Kinder jeden Alters Spaß dran haben. Beim aktuellen Projekt geht es allerdings mehr als nur um den berühmten Spaß an der Freude. "Legosteine für Barrierefreiheit in Plauen" heißt das gemeinsame Vorhaben der Initiative Plauen, der Wohnstätte Syratal, der Elterninitiative Vogtland und der Stadt. Die Initiatoren wollen mit Hilfe der bunten Klötzer mobile Rampen bauen. Diese sollen Rollstuhlfahren oder Eltern mit Kinderwagen den Zugang zu Läden, Cafes oder Arztpraxen erleichtern.
Das alles geht nicht ohne Unterstützer, die Legosteine für das Projekt zur Verfügung stellen. Mittlerweile gibt es in Plauen bereits 15 Sammelstellen, bei denen das farbenfrohe Baumaterial aus Plaste abgegeben werden können. "Eine davon befindet sich im Bürgerbüro im Rathaus", so die Plauener Behindertenbeauftragte Heidi Seeling, die am Donnerstagabend im Sozialausschuss über den Stand des Projektes sprach, das am ersten Advent aus der Taufe gehoben wurde.
Der Startschuss für das Vorhaben fiel auf dem Plauener Weihnachtsmarkt innerhalb des Kochduells zwischen Feuerwehr und Polizei.
Als Vorbild diente unter anderem die Stadt Hanau, die ein solches Vorhaben bereits realisiert hat. "Die Rampen zeigen mit dem Finger auf ein Problem, das vielen nicht präsent ist - nämlich was für eine unüberbrückbares Hindernis eine kleine Stufe darstellt", so die Initiatoren. Bisher gibt es bereits vier Interessenten, die an einer Lego-Rampe Interesse hätten. Entstehen sollen diese in Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum "Oase". "Jede Rampe wird ein Unikat sein", so Heidi Seeling. Die Rampen seien schnell fertiggestellt und können auf unterschiedliche Höhen angepasst werden. "Sie sind leicht zu bauen und flexibel einsetzbar. Das verwendete Material überdauert Jahre", nennen die Organisatoren einige der Vorzüge des bunten "Wegbereiters". Die Rampen könnten auch hohe Gewichte überbrücken, zum Beispiel das von E-Rollstühlen (200 Kilo + Insasse)
Wie sieht eine solche Legorampe aus? "Die Form ist keilförmig. Je höher sie sein soll, desto länger wird diese werden. Das Gewicht wird zwischen einen und drei Kilo betragen", so die Projekt-Macher der Initiative Plauen. Basis ist eine Legoplatte, auf diese kommt eine Kleberschicht und darauf die Legosteine. Für die Zwischenschichten wird Silikon-und Plastikkleber verwendet. Gummimatten dienen der Bodenplatte als Halt.
Im Aussschuss wurde das Thema möglicher Vandalismus angesprochen. Die Gefahr bestehe nicht, denn die mobilen Rampen können nach Geschäftsschluss unkompliziert im Inneren aufbewahrt werden, so Heidi Seeling.
Neugierig geworden? Die Initiatoren hoffen auf möglichst viele Unterstützer, die Legosteine spenden. Eine vollständige Liste der Sammelstellen unter
www.initiative-plauen.de/standorte-der-sammelboxen-in-plauen.html