MJA Plauen: Jede Menge Facebook-Freunde

Mit einem Sofa machte sich das Team der Mobilen Jugendarbeit während seiner Schulhof-Tour jede Menge neuer Freunde.

Plauen - "Die sollten öfters kommen", so das jugendlich-knappe Fazit der Jungen und Mädchen, die das Team der Mobilen Jugendarbeit (MJA) in den vergangenen Tagen und Wochen an ungewohntem Ort, zu ungewohnter Zeit, besuchte. Die Begeisterung dürfte auch mit einem Möbelstück zu tun haben, das die Jugendarbeiter bei ihrer diesjährigen Schulhof-Tour immer dabei hatten: ein Sofa.

Das steht für Gemütlichkeit ebenso wie für zwangloses Miteinander-ins-Gespräch-kommen. Und genau darum ging es den mobilen Jugendarbeiterinnen, wie Janet Peip ihrerseits ein Fazit der vergangenen Tage zieht. Platz gefunden im Streetwork-Fahrzeug hatten aber auch Liegestühle, Spieltische, eine Mini-Skateboard-Anlage und Material, mit dem sich Buttons selbst gestalten und vor allem mit coolen Sprüchen versehen lassen konnten.

Als eine mobile Problemerfassungsstelle hätten sie sich nicht verstanden, lacht Janet Peip. In erster Linie ging es ums Kennenlernen. "Die Kids sollen uns wiedererkennen, wenn sie uns auf der Straße, auf Plätzen und Szenetreffpunkten sehen", sagt die MJA-Chefin zum Ziel der Aktion. Mehr Zeit war auch nicht - die Hofpausen an Plauener Schulen dauern zwischen 15 und 25 Minuten, die meisten liegen mit 20 Minuten in der Mitte.

Und klar komme man auf einem Sofa oder "chillend" im Liegestuhl besser miteinander ins Gespräch. Dass sich die einzelnen MJA-Mitarbeiterinnen auf Stadtgebiete "spezialisiert" haben, erwies sich dabei von Vorteil.

"Natürlich begegneten wir auch etlichen Jugendlichen bei unserer Tour wieder, die bei uns schon längere Zeit in der Einzelfallhilfe oder Projekthilfe integriert sind. Die kamen immer als erste angestürmt", sagt Janet Peip. Ihr Ziel, sagt sie, haben sie hundertprozentrig erreicht:

Die Hemmschwelle der Jugendlichen senken, ihnen vermitteln, dass die MJA-Leute stinknormale Typen sind. Nach Abschluss der Tour - am morgigen Mittwoch steht noch die Rückert-Schule und am Donnerstag die Förderschule für Erziehungshilfe in Reusa an - wolle man sich zur Auswertung zusammensetzen und über eine eventuell weitere Tour im nächsten Jahr beraten.

Und wie muss man sich einen Schulhof im Jahre 2015 eigentlich vorstellen? "Auf alle Fälle mit Handys", lacht Janet. Vermutlich hat das Smartphone auch die Raucherinsel verbannt. Gesimst jedenfalls wird an allen Ecken und Enden - ein Handyverbot herrscht lediglich an einer einzigen Schule in Plauen. Dass sich während der Hofpause Grüppchen bilden, die auch übereinander "herziehen", daran wird sich wohl auch die nächsten zwei Generationen nichts ändern.

"Auf alle Fälle haben wir jetzt jede Menge neuer Freunde - auf Facebook setzte ein regelrechter Run ein", grinst Janet.

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