Mittelalterfest auf Schloss Voigtsberg

Mit dem Schloss Voigtsberg als Kulisse lockte Oelsnitz am Wochenende viele Besucher zum Mittelalterfest. Der Tradition entsprechend begaben sie sich gemeinsam mit Krämern, Handwerksleuten, Gauklern und Rittern auf eine vergnügliche und spannende Reise in eine längst vergangene Zeit.

Oelsnitz - In vielen Städten Deutschlands ist es bereits vorgekommen, dass ahnungslose Passanten des 21. Jahrhunderts beim Durchschreiten eines alten Torbogens verblüfft waren. So auch am vergangenen Wochenende in Oelsnitz: Hinter einem kleinen Kassenpult hielten sich Gestalten in grobem Leinenwams auf und kassierten Taler. Diese Einlassstelle passiert, betrat man einen Platz, auf dem sich Marktgetümmel breit gemacht hatte, wie man es seit Luthers Zeiten nicht mehr gesehen hatte. Wer sich den steilen Berg zum Markt hinaufgearbeitet hatte, den vereinnahmte das Leben der fahrenden Spielleute, Vaganten und Handwerksburschen.

Hier zeigten sich die verschiedensten Gesichter des Mittelalters: ausgelassenes Treiben, Ritter, Narrenspektakel, Bürger in feinen Gewändern neben Bettlern und Henkern. Kurzweil für Groß und Klein. "Unser Ziel ist es, ein möglichst authentisches und buntes Treiben auf die Beine zu stellen", so Jörg Müller. Gemeinsam mit Dennie Ittna und Udo Kosselek organisiert er jährlich zu Pfingsten diese Zeitreisen ins Mittelalter. "Uns ist wichtig, dass wir einheimische Handwerker einbeziehen und doch wechselnde Gesichter haben. Unsere Events haben sich schon gut herum gesprochen, sodass wir auch Musikgruppen von weit her begrüßen dürfen", freut sich Müller.

Das historische Event lockte so manchen Besucher und bot die Möglichkeit, in die Welt des Mittelalters einzutauchen und sich von Gesang, Schmaus und Kauf hinreißen zu lassen. Veranstalter und Mitwirkende ermöglichten den Besuchern, mit den eigenen Sinnen zu erleben, wie meisterliches Handwerk geschieht, wie Krämer guten Handel führen, Garköche und Tavernenwirte sich um das leibliche Wohl sorgten und Orientalen mit edlen Spezereien umschmeichelten.

In dem authentisch dargebotenen Ambiente huschten sowohl Mitwirkende als auch Besucher in fantasievoll mittelalterlich wirkenden, teils auch präzise rekonstruierten Gewandungen über das Pflaster. Theatervorführungen, Schwertkämpfe, Feuerspucker mischten sich unters Volk und begeisterten mit ihren Vorführungen. Auch fahrende Spielleute und Gaukler durften nicht fehlen. Gaukler Rasputin versprach, allerlei Gerätschaften durch die Luft wirbeln zu lassen - und hielt sein Versprechen. Mit virtuoser Jonglage, Fanfarenspiel und losem Mundwerk, wie es sich für die damalige Zeit geziemte, überzeugte er und ließ das eilig herbei gelaufene Volk alsbald staunend und jubelnd in Verzückung geraten.

Detailverliebt und mit viel lohnendem Aufwand gingen zwei Tage zu Ende, denen das Schloss Voigtsberg die geeignete Kulisse eines mittelalterlichen Schauplatzes bot. Die facettenreichen Erlebnisse des Besuches wurden allerdings durch die schlecht geklärte Parkplatzsituation deutlich geschmälert. So ließen die Mitarbeiter der Stadt Oelsnitz die Situation nicht ungenutzt und besserten ihre Stadtkasse auf. Bleibt zu hoffen, dass die Masse der falsch parkenden Besucher des Spektakels nicht im nächsten Jahr ausbleiben.