Mit Totempfahl die Jury wach gerüttelt

Plauen - "Wir sind einfach glücklich und froh", ist David Lenk noch immer die Freude anzumerken, als er auf die zwei Tage in Hamburg angesprochen wird. Gemeinsam mit Mandy Burak erhielt der 28-Jährige bei einer Veranstaltung am 25. und 26. Februar in der Hansestadt einen Preis bei einem Designwettbewerb für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung.

Die beiden Endzwanziger aus der Plauener Lebenshilfe, sie arbeitet hier in der Montage, er in der Holzbearbeitung, fertigten eine Stadt in Spielzeugform und einen Totempfahl. Spiritus Rector war Yvonne Eigel, die Leiterin des Kreativkurses in der Lebenshilfe, die seit rund zehn Jahren in der Einrichtung tätig ist.

"Wir hatten von dem Wettbewerb des Lebenshilfe-Bundesverbandes gehört und uns im Mai vergangenen Jahres intensiv mit dem Thema befasst." Ende August waren die Teile der Spielzeugstadt fertig. Vorlage dieser Arbeiten fand die Fachfrau in der angewandten Kunst. "Wir wollten etwas schaffen, was man auch wieder nutzen kann", schaltete sich Lenk ins Gespräch ein, der in Eigenregie den Zug anfertigte. Außerdem, ergänzte die Kursleiterin, sollte es die Handschrift eines Behinderten tragen.

Und der Stil selbst für das Spielzeug, den hatten sich die drei von Friedensreich Hundertwasser abgeschaut, jenem legendären Künstler, der bekanntermaßen etwas gegen lange Längen und Rechte Winkel hatte. Doch wie kam es zum Totempfahl, unter Otto Normalverbraucher eher als Marterpfahl bekannt? Ganz einfach: "Durch das Vorlesen aus Indianerbüchern sind wir auf die Idee gekommen", ist von der Kursleiterin zu erfahren. Übrigens gibt es sogar schon Interessenten, die den Totempfahl im Großen haben möchten.

Generell sollten mit dem Wettbewerb und der Arbeit an den Wettbewerbsbeiträgen, immerhin wurden rund 350 Exponate von 250 Bewerbern in Hamburg eingesandt, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Zum einen sollte Spaß am Spiel geweckt werden und zum anderen durch den Einsatz verschiedener Materialien auf unterschiedlicher Oberfläche deren Vielfalt als behinderter Mensch zu erkennen und zu spüren sein.

Es geht um das Erfahren der Sinne, wie es Lebenshilfe-Geschäftsführer, Dr. Dietrich Kazmierzak, umschrieb. Professionell wie der Chef ist, verwies er auf den Ausstellungskatalog des Wettbewerbs, in dem die Plauener Exponate zu finden sind, was wiederum Mandy Burak und David Lenk sichtlich erfreut. Die eine wirkte dabei etwas verschämt, während der andere so stolz wie Bolle war. - Der nächste Wettbewerb in zwei Jahren kann kommen, freuen sich auch die beiden diesjährigen Gewinner. va