Mit Spielleut Cantoris kulinarisch ins Mittelalter

Plauen - Wollten Sie schon einmal wie im Mittelalter tafeln und dabei den Gesängen der Spielleute lauschen? Na, da sollten Sie sich mal das anschauen und anhören was die beiden Plauener Danny Wohlrab und André Petzold zu bieten haben - bekannt seit sechs Jahren unter dem Namen "Spielleut Cantoris".

 

Der 25-jährige freischaffende Künstler und der 45 Jahre alte Chef einer Speditionsfirma laden zu einer kulinarischen Reise ins Mittelalter ein. "Dazu haben wir uns 30 der besten historischen Gasthäuser Deutschlands angeschaut", erzählt Danny Wohlrab. "Wir sind als Spielleut landauf, landab auf zu Mittelalter-Spektakeln und -Märkten unterwegs und haben eine Menge Leute kennen gelernt.

 

Und durch Mundpropaganda in der Szene sind wir auch auf die 30 Häuser aufmerksam geworden. Es sind jene Mittelalter-Gaststätten, die am häufigsten genannt wurden und sich deshalb auch in unserem Erstlingswerk wiederfinden. Es wird bestimmt nicht nur 30 Beste ihrer Art geben - das gibt uns Raum für eine weitere Broschüre", erzählt der 25-Jährige. Seit einigen Wochen ist das Heft im Buchhandel erhältlich und beinhaltet zugleich die brandneue CD der "Spielleut Cantoris" und einen Gasthaus-Gutschein.

 "Mit dem Laptop und der Kamera sind wir von Gasthaus zu Gasthaus gezogen, haben mitgeschrieben und fotografiert, oft unter den Argusaugen der Betreiber, die uns als Musiker nicht unbedingt ein solches Werk zutrauten. Doch auf das fertige Heft gab es nur positive Reaktionen. Immerhin haben wir in unser Erstlingswerk mit deutschlandweit 25 000 Exemplaren die ersparte Gage aus drei Jahren hineingesteckt", erzählt Wohlrab, der Offsetdrucker gelernt und auch das komplette Layout selbst gestaltet hat.

 Ab März sind die beiden Plauener wieder als Spielleut Cantoris auf Mittelalter-Märkten und Stadtfesten unterwegs. "Die Band ist unser Hobby, das wir mit viel Leidenschaft betreiben. Bis in den Oktober hinein sind wir viel unterwegs und konnten uns so schon über die Region hinaus einen Namen machen. In der heutigen Besetzung spielen wir nach dem Tod von Frontmann Fabian Brunner seit zwei Jahren zusammen. Und für nächstes Jahr haben wir schon einen gut gefüllten Terminkalender", verrät Wohlrab, der wie sein musikalischer Partner Petzold eine Sängerausbildung im Vogtlandkonservatorium absolvierte. "Wir mögen besonders den Minnesang - eine Form mit minimaler Instrumentalisierung. Mit dabei haben wir eine Gastgitarristen und einen Harfenspieler", ergänzt Wohlrab und verweist zugleich auf die neue CD.

 

Bei ihren Auftritten quer durch Deutschland haben die Plauener Spielleute auch Luitpold Prinz von Bayern kennen gelernt. "Wir hatten die große Ehre, beim großen Ritterfest, wo sich auch der ganze Adel von jung bis alt trifft, zu spielen. Der Prinz von Bayern ist auch ein großer Anhänger des Minnesangs und hatte uns deshalb eingeladen. Bei einem der letzten Auftritte haben wird ihm von unserer geplanten kulinarischen Reise durchs Mittelalter erzählt und viele Tipps bekommen. Gerne war die Königliche Hoheit auch bereit, dass Vorwort für die Broschüre zu schreiben. Darüber sind wir natürlich ein bisschen stolz, weil es auch unser Werk in gewisser Weise adelt", fügt Danny Wohlrab abschließend hinzu. M. T.