Mit neuer Stärke aus der Krise

Zusätzliche Flüge sollen am Airport Hof-Plauen für Einnahmen sorgen. In Aussicht steht eine Studie über eine längere Start- und Landebahn.

 

Hof/Plauen - Zwei Faktoren werden es sein, die in den nächsten zwei Jahren über die Zukunft des Regionalflughafens Hof-Plauen entscheiden. Bei einem Pressetermin im Hofer Flughafen-Verwaltungsgebäude wird deutlich, dass - erstens - die Linie nach Frankfurt wieder absolut zuverlässig sein muss; zweitens müssen darüber hinaus Möglichkeiten gefunden werden, wie mit zusätzlichen Flügen Geld einzunehmen ist. Hier rückt eine Studie in den Mittelpunkt, welche die Unternehmerinitiative Hochfranken in den nächsten Monaten in Auftrag geben wird.

Auf 1800 Meter

Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist die Frage, was eine Verlängerung der Start- und Landebahn von jetzt knapp 1500 Metern auf 1800 Meter bringen könnte. Die Studie soll etwa 50 000 Euro kosten. Die eine Hälfte übernimmt die Initiative, die andere der Freistaat Bayern. Das hat Ministerpräsident Horst Seehofer kürzlich bei seinem Besuch in der Region zugesagt.

Eine Verlängerung der Piste um 300 Meter würde bedeuten, dass dann auch Jets mittlerer Größe mit ungefähr 75 Sitzplätzen in Hof starten und landen könnten. Dies wäre eine wesentliche Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Urlaubsflügen, wie sie in Hof schon einmal mit großem Erfolg organisiert worden waren - 20 Jahre lang bis zum Jahr 2002 mit Zielen bis Griechenland und Mallorca. Allerdings wäre für das Projekt ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Ein solches Verfahren für eine Ausweitung der Piste in Hof auf allerdings 2500 Meter hatte das Luftamt Nordbayern vor Jahren abgelehnt. Seehofer ließ durchaus Sympathie für die "kleine Lösung" erkennen - wenn denn die Studie Erfolg verspricht.

"Nicht immer schön"

Zunächst aber hat die Saarbrücker Cirrus Airlines, die bis zum 31. März 2013 die Regionalflüge nach Frankfurt fortführt, die Zuverlässigkeit der Linie zu garantieren. "Die Vergangenheit war nicht immer schön", sagte Cirrus-Geschäftsführer Jan Bresler bei dem Pressegespräch. Er meint damit häufige Flugausfälle auch aus technischen Gründen in dem einen Jahr, in dem Cirrus die Frankfurt-Flüge betreibt. Dadurch gerieten die Passagierzahlen in einen krisenhaften Sinkflug: Nach durchschnittlich 23 000 Fluggästen jährlich unter der früheren Regie der Augsburg Airways brachte Cirrus 2010 gerade noch 14 000 zustande. Seit dem Februar 2011 aber gibt es "kaum Ausfälle mehr", betont Bresler. Das sei wohl auch der Grund gewesen, weshalb seine Gesellschaft trotz ihrer vorzeitigen Kündigung des alten Vertrags wieder den Zuschlag bekommen habe - und den norddeutschen Mitkonkurrenten OLT ausschaltete.

Klar ist, dass die Linie ein Draufzahlgeschäft bleibt. Der neue Zwei-Jahres-Vertrag ist gar ein ganzes Stück teurer als der alte. Auf rund 3,6 Millionen Euro belaufen sich die jährlichen Subventionen, das sind knapp 700 000 Euro mehr als bisher. Der Freistaat Bayern trägt drei Viertel der Gesamtförderung; für den Rest kommen Stadt und Landkreis Hof und Landkreis Wunsiedel auf. Neben Bresler nahmen an dem Pressegespräch auch der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und Maximilian Otto-Wolf als Vertreter der Unternehmen in der Flughafengesellschaft teil, außerdem die beiden Flughafen-Geschäftsführer Klaus-Jochen Weidner und Hermann Seiferth. Bresler versicherte, dass die Verlässlichkeit der Linienflüge für Cirrus "oberste Priorität" habe.

 

Er wies darauf hin, dass deshalb ständig ein Techniker der Fluggesellschaft in Hof bereitstehe. Auch lebe inzwischen eine Crew in der Stadt und ein Linienflugzeug werde vor Ort stationiert. Mit dem neuen Vertrag sei Cirrus zuversichtlich, die Linie wirtschaftlich betreiben zu können. Die Buchungszahlen seien schon "sehr gut", auch wenn die Flüge der 31-sitzigen Do 328 nicht ausgebucht seien. Ziel seien zunächst 20 000 Passagiere jährlich.

Abflug mit Prominenz

Die Flüge nach Frankfurt beginnen nach zweiwöchiger Unterbrechung wieder an diesem Montag. In Zukunft wird es nur zwei je knapp einstündige Umläufe geben statt bisher drei: Um 6.15 Uhr und um 18.30 Uhr nach Frankfurt und von da um 8 Uhr und um 20.45 Uhr nach Hof. Oberbürgermeister Fichtner, zugleich Flughafenbeirats-Vorsitzender, teilte mit, dass zum ersten Abflug am 16. Mai um 6.15 Uhr "ein Mitglied der Staatsregierung" kommen werde. Bei dem Termin wurde deutlich, dass sich die Verantwortlichen Gedanken machen, um schon in naher Zukunft zusätzliche Flüge von Hof aus zu ermöglichen: Nach Auskunft Otto-Wolfs könnte die Do, die eine Reichweite von 1600 Kilometern hat, noch andere Städte anfliegen, auch als Urlaubsziel. "Darüber sind wir in Gesprächen. 2012 könnte es so weit sein." Und sollte Hof tatsächlich eine längere Startbahn bekommen: Der 75-sitzige Jet Embraer 170, wie ihn Cirrus besitzt und dem 1800 Meter Piste genügen, hat eine Reichweite von 3600 Kilometern.