Mit Musik im Gepäck

Rund 15 Eritreer machten sich am Dienstag gemeinsam mit dem CVJM aus Reichenbach auf den Weg in ein Zeltlager. Doch nicht in ein solches, wie es gerade in Dresden entsteht. Die Reise geht nach Neufrankenroda - dort gibt es eine Zeltstadt mit über 2.000 Besuchern und Urlaubern.

Plauen - Nur ungefähr 70 Seelen leben in dem beschaulichen Ort Neufrankenroda. Doch einmal im Jahr kommen über 2.000 Menschen dort hin, um eine kleine Zeltstadt aufzubauen. Unter ihnen werden auch rund 15 Eritreer aus Plauen sein. Gemeinsam mit dem Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) startete gestern die Reise vom oberen Bahnhof mit einem Bus ins Gothaer Land. Finanziert wird die Reise aus Spenden. Insbesondere wurden zweckgebunden Spenden von der Michaelis-Gemeinde in Plauen zum Abschluss der diesjährigen Veranstaltungsreihe ProChrist eingesammelt.

Doch auch die evangelische Allianz, der CVJM und die evangelisch lutherische Landeskirche beteiligten sich an dem Projekt. Eine Woche wird sich die Reisegruppe nun in der christlichen Zeltstadt in Thüringen aufhalten. "Das eigentliche Camp beginnt erst am Freitag. Doch wir reisen jetzt schon an, um dort beim Aufbau zu helfen. Die Eritreer sollen dabei auch lernen, wie vieles hier bei uns funktioniert", meint Sozialarbeiter Heinke Schenker vom CVJM.

In der Zeltanlage, beziehungsweise in dem Feriendorf, gibt es verschiedene Regionen. Die Teilnehmer werden nach ihrer Herkunft auf dem Gelände verteilt. Zwei dieser sogenannten Dörfer werden in diesem Jahr von Vogtländern und Plauenern bevölkert. Dort werden dann auch die Eritreer untergebracht. "Wir wollen auch, dass die Christen in dem Lager mit den Eritreern in Verbindung kommen um sich kennen zu lernen. Auch unter Christen gibt es genügend Leute, die Vorurteile und eine schlechte Meinung gegenüber Immigranten haben. In dem Camp kann man ins Gespräch kommen und vor allem Berührungsängste abbauen", so Schenker. Eigentlich war zunächst geplant, nur eine einzelne Familie aus Eritrea mitzunehmen, doch es wollten mehr mit.

Schließlich waren es 15 Männer, Frauen und Kinder, die die zweistündige Fahrt antraten. Voller Erwartung warteten sie gestern Morgen an der Haltestelle Hohe Straße. Mit im Gepäck ein gitarrenähnliches Instrument, das sie sich selbst zusammen gebaut haben - und das blieb schon vor Reiseantritt keine Minute still. Einen Gesang wollten sie allerdings noch nicht anstimmen. Ein Teil der Reisegruppe kommt jede Woche nach Reichenbach, um dem CVJM zu helfen und mitzuarbeiten. Nun durften sie mit den jungen Christen ins Camp fahren. Sie werden viele Erfahrungen sammeln, Menschen kennen lernen und Brücken zu Menschen mit Vorurteilen bauen, meinten auch die anderen Mitreisenden vom CVJM.